In Neukölln wacht man spät auf – oder gar nicht erst ein. Das spüren auch die Menschen in der Hermannstraße, die vor einigen Monaten Zeugen eines brutalen Vorfalls wurden. Mitten in der Nacht, gegen halb fünf, schossen hier Unbekannte auf die Fensterfront eines Cafés. Drinnen saßen mehrere Menschen. Die Staatsanwaltschaft Berlin geht nun davon aus, dass es sich um einen versuchten Mord aus Habgier handelte – offenbar im Rahmen von Schutzgelderpressung. Ein 21-Jähriger mit türkischer Staatsangehörigkeit ist jetzt in Untersuchungshaft. Er soll der Täter sein.
Was in dieser einen Nacht geschah, ist leider kein Einzelfall mehr. Fälle wie diese haben in den vergangenen Monaten stark zugenommen. Die Polizei spricht von einem besorgniserregenden Trend. Darum hat das Landeskriminalamt Berlin im November die Sondereinheit „Ferrum“ eingerichtet, die Staatsanwaltschaft zog mit „Telum“ nach. Die beiden Teams haben bereits mehr als 50 Verdächtige in U-Haft gebracht und Hunderte Ermittlungsverfahren eingeleitet. Bei den Durchsuchungen im aktuellen Fall sicherten 80 Beamte zwei scharfe Schusswaffen, Munition und mutmaßliches Kokain.
, stellt die Staatsanwaltschaft klar. Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Doch die Angst bleibt. Ich erinnere mich an Gespräche in ähnlichen Kiezen – da sagen Anwohner oft: „Man guckt weg, man sagt nichts.“ Diese Mauer des Schweigens zu durchbrechen, ist eine der größten Herausforderungen.
Was bleibt, ist eine einfache, aber verstörende Frage: Wie sicher fühlen wir uns noch in unseren eigenen Vierteln? Die Spezialkräfte von „Ferrum“ und „Telum“ leisten wichtige Arbeit. Doch solange die Ursachen – von Perspektivlosigkeit bis hin zur organisierten Kriminalität – nicht angegangen werden, wird der nächste Einsatz nur eine Frage der Zeit sein.
- Brutale Vorfälle haben zugenommen
- Die Sondereinheit „Ferrum“ wurde eingerichtet
- Über 50 Verdächtige in U-Haft
- 80 Beamte bei Durchsuchungen eingesetzte
- Sichergestellte Schusswaffen und Munition
- Angst unter den Anwohnern steigt
| Fakt | Zahl |
|---|---|
| Verdächtige in U-Haft | 50+ |
| Beamte bei Durchsuchungen | 80 |
| Sichergestellte Schusswaffen | 2 |
| Ermittlungsverfahren | Hunderte |