In Frankfurt wird über ein bunt schimmerndes Kunstwerk diskutiert, das seit einigen Wochen wie ein riesiger, schwebender Sternenhimmel über der belebten Konstablerwache hängt. Die Netzskulptur „A Sky full of Hope“ der amerikanischen Künstlerin Janet Echelman soll für Hoffnung und Zusammenhalt stehen. Viel gesprochen wird derzeit aber nicht nur über die Symbolik, sondern vor allem über die Vergabe und die Kosten von 2,3 Millionen Euro. Viele Bürgerinnen und Bürger fragen sich: Wer entscheidet so etwas und warum gab es kein offenes Auswahlverfahren?
Die Kulturdezernentin der Stadt, Ina Hartwig (SPD), argumentiert, dass die Mittel ursprünglich für die städtische Illumination, also Beleuchtung, vorgesehen waren. Sie betont im Gespräch mit dem Hessischen Rundfunk: Es werde kein Geld an anderer Stelle eingespart. Faktisch liegt sie richtig – das Geld war für diesen Zweck gebunden. Doch wie der Finanzsenat in Berlin oder das Finanzdezernat in Hamburg oft sagen: Nicht verausgabte Mittel verfallen nicht. Sie stehen der Stadt weiter zur Verfügung und können neu verplant werden. Die grundsätzliche Frage bleibt also: Ist eine Netzskulptur über einem belebten Platz der beste Weg, eine Stadt zu „illuminieren“?
Der renommierte Frankfurter Vergaberechtler Jonas Kollewe hat daran erhebliche Zweifel. Für ihn ist die direkte Vergabe ohne Ausschreibung rechtlich fragwürdig. Der Auftrag, einen Platz kunstvoll zu illuminieren, dürfte von einer Vielzahl renommierter Künstler erfüllt werden, so Kollewe. Auch für einzigartige Kunstwerke gelten strenge Regeln. In vielen anderen Kommunen – ich denke an Projekte in Stuttgart oder München – wäre hier ein Gestaltungswettbewerb die transparente und übliche Vorgehensweise gewesen. Der Steuerzahlerbund Hessen und die Partei Die Linke hatten diesen Schritt bereits im letzten Jahr scharf kritisiert.
- Intransparente Kosten
- Direkte Vergabe ohne Ausschreibung
- Kritik von Bürgern und Politikern
- Mangelnde Beteiligung der Öffentlichkeit
- Kunst als Mittel der Hoffnung
- Demokratische Prinzipien in Frage gestellt
Besonders stört viele Frankfurter die Intransparenz bei den Kosten. Die Stadt verweigert eine detaillierte Aufschlüsselung mit Hinweis auf die wirtschaftlichen Interessen der Künstlerin und ihrer Agentur. Das erinnert an ähnliche Fälle, wie etwa den Streit um einen Rolling-Stones-Vertrag in Hamburg. Dort führte der öffentliche Druck schließlich doch zur Veröffentlichung. Demokratie lebt von der Nachvollziehbarkeit von Entscheidungen, gerade bei Millionenbeträgen.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Künstler | Janet Echelman |
| Kunstwerk | A Sky full of Hope |
| Kosten | 2,3 Millionen Euro |
| Ort | Konstablerwache, Frankfurt |
| Kritikpunkte | Eingeschränkte Transparenz und direkte Vergabe |
| Ziel | Hoffnung und Zusammenhalt fördern |
Die Diskussion zeigt ein bekanntes Spannungsfeld: Wie viel darf öffentliche Kunst kosten und wer entscheidet darüber? Es geht hier weniger um Geschmack, sondern um demokratische Verfahren und den verantwortungsvollen Umgang mit öffentlichen Geldern. Vielleicht sollte die Stadt Frankfurt ihre gute Absicht, mit Kunst Hoffnung zu verbreiten, künftig durch mehr Transparenz und Beteiligung untermauern. Das würde das Vertrauen in solche Projekte stärken – und am Ende vielleicht sogar die Freude an dem Kunstwerk unter dem nächtlichen Himmel.