In der Eifel riecht man es noch: verkohlte Erde, ein bitterer Beigeschmack in der Luft. Bundeskanzler Friedrich Merz stand diese Woche im Waldbrandgebiet bei Hürtgenwald und sagte Sätze, die man so vor einem Jahr noch nicht von ihm gehört hätte. „Ich will allen Leugnern des Klimawandels sagen: Schauen Sie sich das genau an, was hier passiert ist.“ Ein beeindruckendes Bild, das er da zeichnet. Doch aus meiner langjährigen Beobachtung der Berliner Politik weiß ich: Zwischen den Bildern vor Ort und dem Handeln in den Ministerien klafft oft eine tiefe Lücke.
Genau diese Lücke treffen jetzt die Grünen im Bundestag mit voller Wucht. Ihre Fraktionschefin Katharina Dröge fordert nichts Geringeres als einen „fundamentalen Kurswechsel“ der schwarz-roten Regierung. „CDU und SPD handeln bislang als Brandbeschleuniger der Klimakrise“, sagt sie der dpa. Das ist eine scharfe Anklage. Ihr Vorschlag: einen Klima-Notfallplan auflegen. Konkret soll Merz zentrale Vorhaben wie das Gebäudemodernisierungsgesetz oder die Novelle des Erneuerbare-Energien-Gesetzes zurückziehen. Sie seien nicht auf Klimakurs. Stattdessen brauche es einen Turbo für Wind- und Solarenergie, den Abbau umweltschädlicher Subventionen und ja, auch das Tempolimit.
Merz versprach in der Eifel, alles zu tun, um den Klimawandel zurückzudrängen. „Aber wir müssen auch mit dem Klimawandel leben.“ Das klingt nach Realismus, fast schon nach Resignation. Die Deutsche Umwelthilfe spricht indes von einem „eklatanten Rückschritt“ und listet eine ganze Serie von Fehlentscheidungen auf, von neuen Subventionen für Gaskraftwerke bis zu Hürden für Solaranlagen.
- Verkohlte Erde
- Fundamentaler Kurswechsel gefordert
- Klima-Notfallplan nötig
- Turbo für Wind- und Solarenergie
- Abbau umweltschädlicher Subventionen
- Tempolimit einführen
Was bleibt, ist ein fader Beigeschmack. Die Bilder der brennenden Eifel wühlen auf. Die Worte des Kanzlers klingen einsichtig. Doch der politische Alltag in Berlin, den ich seit Jahren begleite, scheint ein anderer zu sein. Die Menschen hier in Deutschland spüren diesen Widerspruch immer stärker. Sie fragen sich: Wann folgen den Besuchen vor Ort endlich die Taten? Die nächsten heißen, trockenen Sommer kommen bestimmt. Warten wir wirklich, bis noch mehr Wald brennt?
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Kanzler | Friedrich Merz |
| Standort | Hürtgenwald |
| Forderung | Kurswechsel |
| Vorschläge der Grünen | Klima-Notfallplan, Tempolimit |
| Fehlentscheidungen | Neue Subventionen, Hürden für Solaranlagen |
| Allgemeine Stimmung | Widerspruch spürbar |