Gestern Abend im Ostseestadion: Was mit einem vielversprechenden Pokalspiel begann, endete in einer schweren Belastungsprobe für die Sicherheitskräfte. Die Partie zwischen dem FC Hansa Rostock und dem VfB Stuttgart (0:4) musste nach dem Wiederanpfiff wegen massiven Pyrotechnik-Einsatzes aus den Gästeblöcken unterbrochen werden. Rauchschwaden legten sich über den Rasen, der Schiedsrichter führte die Mannschaften vorübergehend vom Platz. Solche Bilder sind leider keine Seltenheit mehr, doch was davor geschah, wirft ein noch schärferes Licht auf den Abend.
Die Polizeibilanz spricht eine deutliche Sprache. Bereits Stunden vor dem Anpfiff eskalierte die Lage in der Hansestadt Wismar, etwa 50 Kilometer vom Rostocker Stadion entfernt. Laut Beamten stürmten dort mehrere Dutzend vermummte Hansa-Anhänger ein Sportgeschäft. Sie entwendeten gezielt Artikel, die sich für eine Vermummung eignen – wohl um in der Masse unerkannt zu bleiben. Ein gezielter, krimineller Akt, der mit Fußballbegeisterung nichts mehr zu tun hat. Ein Polizeisprecher fasste es mir gegenüber nüchtern zusammen: „Hier ging es nicht um Emotionen, sondern um Vorbereitung auf Konfrontation.“
Diese Vorbereitung setzte sich fort. Auf der Autobahn Richtung Rostock blockierten Fans den Verkehr, um ihren Bussen das Auffahren zu ermöglichen. Im Stadtgebiet kam es zu Zwischenfällen zwischen verschiedenen Fangruppierungen. Die eingesetzten Polizeikräfte, mehrere Hundert an der Zahl, hatten alle Hände voll zu tun, um Schlimmeres zu verhindern. Die eigentliche sportliche Auseinandersetzung trat völlig in den Hintergrund.
Als Reporterin, die seit Jahren auch über die gesellschaftliche Seite des Sports berichtet, beobachte ich mit Sorge, wie sich solche Muster verfestigen. Der Diebstahl in Wismar ist kein Kurzschlusshandlung, er ist kalkuliert. Er zeigt eine erschreckende Professionalisierung der Gewaltbereitschaft. Welches Bild geben diese Menschen eigentlich von ihrem Verein und ihrer Region ab, für die sie vorgeben einzustehen? Am Ende leiden der Sport, die echten Fans und die Sicherheit aller. Die Vereine und Verbände stehen in der Pflicht, hier klarer als je zuvor Grenzen zu ziehen. Sonst wird der nächste Spieltag nicht nur über Tore, sondern erneut über solche traurigen Vorkommnisse entschieden.
- Massive Pyrotechnik-Einsätze
- Diebstahl in einem Sportgeschäft
- Blockieren des Verkehrs auf der Autobahn
- Zwischenfälle zwischen Fangruppierungen
- Überforderung der Polizeikräfte
- Professionalisierung der Gewaltbereitschaft
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Ort | Ostseestadion, Rostock |
| Ergebnis | FC Hansa Rostock vs. VfB Stuttgart (0:4) |
| Vorfall | Pyrotechnik-Einsatz |
| Verlauf | Spielunterbrechung |
| Polizeieinsatz | Mehrere Hundert Kräfte |
| Vorbereitung | Krimineller Akt in Wismar |