Im Gewusel vor den gläsernen Fassaden der Kölner Messehallen spüre ich heute eine ganz eigene Energie. Es ist nicht nur die Vorfreude auf die neuesten Spieletitel, die hier ab heute bis zum 30. August die Welt der Computer- und Videospiele präsentieren. Es ist das Gefühl, in einem Raum zu stehen, der längst mehr ist als reine Unterhaltung. Hinter den bunten Displays und beeindruckenden Inszenierungen verbirgt sich eine deutsche Wirtschaftskraft, über die wir zu selten sprechen. Die Gamescom ist die größte Messe ihrer Art weltweit. Über 600 Unternehmen sind in diesem Jahr vertreten, so viele wie nie zuvor. Das ist ein starkes Signal.
Die offizielle „Opening Night Live“ mit Moderator Geoff Keighley, gestern Abend für tausende Gäste live und im Internet übertragen, hat den Ton vorgegeben: Hier wird nicht nur gespielt, hier wird eine zentrale Zukunftsbranche verhandelt. Vizekanzler Klingbeil, Forschungsministerin Bär, NRW-Ministerpräsidentin Wüst und EU-Digitalkommissarin Virkkunen – diese hochrangige politische Präsenz bei den Fachbesuchertagen spricht Bände. Sie zeigt, dass der digitale Wandel nicht nur in Ministerien diskutiert, sondern hier in Köln konkret erlebbar wird.
Die Zahlen, die Bertram Brossardt von der Vereinigung der Bayerischen Wirtschaft nennt, sind beeindruckend: 9,4 Milliarden Euro Umsatz im deutschen Gaming-Markt im vergangenen Jahr. Deutschland ist damit der umsatzstärkste Markt in Europa. In Bayern hat sich die Zahl der Games-Unternehmen seit 2018 verdoppelt. „Hinter der Nutzung digitaler Spiele verbirgt sich eine Milliarden-Industrie“, betont er. Aus meiner Berichterstattung in Baden-Württemberg und München weiß ich: Diese Unternehmen sind oft mittelständische Betriebe, Hidden Champions der Kreativwirtschaft. Sie schaffen hochqualifizierte Arbeitsplätze für Programmierer, Künstler und Designer.
Ab Donnerstag strömen dann die Fans durch die Hallen, und die Messe zeigt ihr zweites Gesicht: den pulsierenden, lebendigen Austausch mit der Community. Doch zwischen den beeindruckenden Cosplay-Kostümen und den langen Schlangen an den Testständen sollten wir einen Gedanken nicht vergessen, den Brossardt formuliert hat: Dieses enorme Potenzial muss noch stärker unterstützt werden, um sich weltweit zu etablieren. Die internationale Konkurrenz schläft nicht.
- Über 600 Unternehmen sind in diesem Jahr vertreten
- 9,4 Milliarden Euro Umsatz im deutschen Gaming-Markt
- Deutschland ist umsatzstärkster Markt in Europa
- Verdopplung der Games-Unternehmen in Bayern seit 2018
- Schaffung hochqualifizierter Arbeitsplätze
- Pulsierender Austausch mit der Community
Mehr zum Thema Gameswirtschaft und Förderstrategien findet sich beim Game-Verband Deutschland. Die Gamescom ist ein strahlendes Schaufenster. Sie zeigt, dass aus einem Hobby vieler meiner Generation eine zentrale Säule der digitalen Wirtschaft geworden ist. Die Frage, die wir uns in den kommenden Tagen stellen sollten, ist: Wie kann Deutschland diesen Vorsprung nicht nur halten, sondern ausbauen? Damit die nächste große Idee nicht nur hier gezeigt, sondern auch hier entwickelt wird.
| Aspekt | Details |
|---|---|
| Umsatz | 9,4 Milliarden Euro |
| Wichtigste Messe | Gamescom |
| Anzahl der Unternehmen | Über 600 |
| Wachstum in Bayern | Verdopplung seit 2018 |
| Hauptakteure | Vizekanzler Klingbeil, Forschungsministerin Bär |
| Fokus | Digitale Wirtschaft und Kreativwirtschaft |