In Berlin-Kreuzberg eskalierte die Gewalt am späten Mittwochabend: Eine etwa 20-köpfige Gruppe griff zwei Männer vor einem Spätkauf an. Die Opfer, ein 63-jähriger Vater und sein 31-jähriger Sohn, wurden mit Pfefferspray attackiert und durch Schläge verletzt. Laut Polizei waren einige Angreifer mit Messern und Schlagstöcken bewaffnet.
Der Vorfall ereignete sich gegen 22:50 Uhr in der Adalbertstraße. Die Gruppe soll zuvor an einer pro-palästinensischen Demonstration teilgenommen haben, die in der Nähe stattfand. Nach ersten Erkenntnissen der Ermittler wurden die Männer offenbar gezielt angegriffen, nachdem sie als Israelis identifiziert worden waren.
«Die beiden Opfer standen einfach vor dem Laden, als der Mob sie umzingelte», berichtet ein Anwohner, der anonym bleiben möchte. Er habe aus seinem Fenster beobachtet, wie die Situation binnen Sekunden eskalierte. Die Polizei bestätigt, dass die Täter unvermittelt auf die Männer losgingen und nach dem Angriff in verschiedene Richtungen flüchteten.
In meinen fast zwanzig Jahren als Reporterin habe ich bemerkt, wie sich die Stimmung in manchen Kiezen Berlins verändert hat. Wo früher verschiedene Kulturen friedlich nebeneinander lebten, entstehen zunehmend Spannungen, die sich in solchen Gewaltausbrüchen entladen.
Der 63-Jährige erlitt Verletzungen am Kopf und musste ambulant im Krankenhaus behandelt werden. Sein Sohn wurde leicht verletzt. Der Staatsschutz hat die Ermittlungen übernommen, da ein politisches Motiv vermutet wird. Mehr Informationen gibt es beim Berliner Polizeipräsidium.
Dieser Vorfall reiht sich ein in eine besorgniserregende Zunahme antisemitischer Übergriffe seit dem 7. Oktober 2023. Wird Berlin seiner Verantwortung gerecht, alle Bürger ungeachtet ihrer Herkunft zu schützen? Die Antwort darauf muss die Stadt noch finden.