Die Autobahn A42 zwischen Essen und Bottrop verwandelte sich heute Morgen in eine gefährliche Rutschbahn. Bei Temperaturen knapp unter dem Gefrierpunkt bildete sich plötzlich spiegelglattes Eis auf der Fahrbahn. Das Ergebnis: Ein Massenunfall mit 26 beteiligten Fahrzeugen, der den Verkehr komplett zum Erliegen brachte.
Gegen 6:30 Uhr verloren die ersten Autofahrer die Kontrolle über ihre Fahrzeuge. «Es ging alles blitzschnell. Plötzlich drehten sich die Autos vor mir, und ich konnte nicht mehr bremsen», berichtet Augenzeugin Melanie K. aus Bottrop. Die Polizei Essen spricht von einem «außergewöhnlichen Ereignis» und bestätigt elf Verletzte, davon drei schwer. Die Rettungskräfte waren mit einem Großaufgebot vor Ort.
Besonders tückisch: Das Glatteis trat nur auf einem kurzen Streckenabschnitt auf. Der Verkehrsexperte Thomas Müller vom ADAC Nordrhein erklärt: «Bei solchen Wetterlagen können sich lokale Kaltluftinseln bilden, die für Autofahrer praktisch nicht vorhersehbar sind.» Der Winterdienst war zwar unterwegs, konnte aber nicht überall gleichzeitig sein.
In meinen fast zwanzig Jahren als Reporterin habe ich selten erlebt, wie schnell normale Pendlerstrecken zur Gefahrenzone werden können. Besonders erschreckend war die Hilflosigkeit in den Gesichtern der Fahrer, die ich am Unfallort traf.
Die A42 bleibt voraussichtlich bis zum Nachmittag gesperrt. Die Polizei empfiehlt großräumige Umleitungen über die A2 und A52. Experten warnen: Mit dem erwarteten Temperatursturz am Wochenende könnte sich die Situation auf den Straßen im Ruhrgebiet weiter verschärfen. Was bleibt, ist die Mahnung zur Vorsicht – und die Einsicht, dass die Natur selbst unsere modernste Infrastruktur jederzeit außer Kraft setzen kann.