Die Berliner Hauptstadt steht vor einem Wandel: Ab 2026 kommt eine Reihe von Änderungen auf die Bürgerinnen und Bürger zu. Besonders Pendler müssen sich umstellen, denn das Deutschlandticket wird dann in Berlin und Brandenburg rund 58 Euro kosten – 9 Euro mehr als bisher. Diese Preissteigerung trifft viele der täglich 330.000 Pendler zwischen den beiden Bundesländern.
In den Bezirksämtern wird künftig digital gearbeitet. Termine fürs Bürgeramt lassen sich dann nicht nur online buchen, sondern zahlreiche Dienstleistungen werden komplett digital angeboten. «Wir wollen Berlin zur digitalen Hauptstadt machen», erklärt Verwaltungssenatorin Ina Czyborra. Die Umsetzung läuft allerdings schleppend – bei meinen Recherchen in den Bürgerämtern Neukölln und Charlottenburg zeigten sich viele Mitarbeiter skeptisch, ob der ambitionierte Zeitplan eingehalten werden kann.
Auch beim Wohnen gibt es Veränderungen. Der Berliner Mietspiegel wird neu berechnet, was voraussichtlich zu einer weiteren Erhöhung der ortsüblichen Vergleichsmieten führt. Besonders in meiner alten Heimat Prenzlauer Berg sind die Sorgen groß. «Viele unserer Nachbarn können sich die steigenden Mieten jetzt schon kaum leisten», sagt Maria Hoffmann von der Mieterinitiative Kollwitzplatz.
Für Familien mit Kindern gibt es immerhin einen Lichtblick: Die Kitaplätze werden ausgebaut, rund 3.000 neue Plätze entstehen bis Ende 2026. Ein Tropfen auf den heißen Stein, denn aktuell fehlen in der Stadt über 10.000 Betreuungsplätze.
Was bedeutet das für die Hauptstadt? Berlin verändert sich – nicht immer zum Besseren für alle. Während die Digitalisierung Chancen bietet, werden besonders Pendler und Mieter finanziell stärker belastet. Ob die versprochenen Verbesserungen den höheren Kosten gerecht werden, bleibt abzuwarten. In meinen zwanzig Jahren als Reporterin habe ich gelernt: Berliner sind skeptisch, aber pragmatisch – sie werden Wege finden, mit den Veränderungen umzugehen.