Die AfD in Neumünster hat ihre eigene Jugendorganisation gegründet. Am vergangenen Wochenende trafen sich etwa 20 junge Menschen im Alter zwischen 14 und 35 Jahren, um die «Junge Alternative Neumünster» ins Leben zu rufen. Es ist der erste Kreisverband der AfD-Jugendorganisation in Schleswig-Holstein. Bemerkenswert: Der Bundesverband der «Jungen Alternative» wird seit März 2023 vom Verfassungsschutz als «gesichert rechtsextremistische Bestrebung» eingestuft.
Die Neugründung erfolgte unter Anwesenheit prominenter AfD-Vertreter. Der schleswig-holsteinische Landesvorsitzende Kurt Kleinschmidt und der Bundestagsabgeordnete Gereon Bollmann nahmen an der Versammlung teil. Zum Vorsitzenden der Neumünsteraner Jugendorganisation wurde der 26-jährige Michael L. gewählt, der bereits in der Kommunalpolitik aktiv ist.
«Wir wollen eine Plattform für junge Menschen schaffen, die sich von den etablierten Parteien nicht mehr vertreten fühlen», sagte L. nach seiner Wahl. Der neue Vorstand kündigte an, sich besonders für bezahlbaren Wohnraum und bessere Bildungschancen einsetzen zu wollen.
Die Gründung stößt in Neumünster auf Kritik. «Die ‹Junge Alternative› verbreitet gefährliches Gedankengut und versucht, junge Menschen zu radikalisieren», warnt eine Sprecherin des örtlichen «Bündnis gegen Rechts». Auch die Stadtjugendvertretung äußerte Bedenken.
Bei meinen Gesprächen vor Ort wurde deutlich: Die Neugründung verunsichert viele Neumünsteraner. Besonders Eltern sorgen sich, dass ihre Kinder mit extremistischen Positionen in Kontakt kommen könnten.
Die Entwicklung ist Teil einer größeren Strategie der AfD, ihre Jugendarbeit in Norddeutschland auszubauen. Weitere Gründungen in Lübeck und Kiel sind nach Parteiangaben geplant. Die Frage bleibt: Wie werden demokratische Institutionen und Zivilgesellschaft auf diese Entwicklung reagieren?