Die Volleyball-Damen von Allianz MTV Stuttgart haben am Wochenende einmal mehr gezeigt, warum sie als Titelverteidiger in der Bundesliga gefürchtet sind. Mit einem beeindruckenden 3:0 (25:17, 25:16, 25:21) ließen sie dem ETV Hamburg keine Chance und bauten ihre Siegesserie weiter aus.
Was dabei besonders auffiel: Die digitale Spielanalyse wird im Volleyball immer wichtiger. Wie mir Stuttgarts Co-Trainer Faruk Feratovic nach dem Spiel verriet: «Wir nutzen inzwischen Echtzeit-Datenanalyse, um unsere taktischen Entscheidungen während des Spiels anzupassen. Das gibt uns einen entscheidenden Vorteil.» Tatsächlich sieht man die Spielerinnen immer öfter zwischen den Sätzen auf Tablets schauen, wo Bewegungsmuster und Angriffsstatistiken visualisiert werden.
Die Zahlen sprechen für sich: Die Stuttgarterinnen erzielten eine Angriffseffizienz von beeindruckenden 43 Prozent, während Hamburg nur auf 28 Prozent kam. Besonders Diagonalangreiferin Krystal Rivers glänzte mit 17 Punkten und einer persönlichen Effizienz von über 50 Prozent. Was mich besonders beeindruckt hat: Die Präzision der Angriffe wirkte fast maschinell, was aber nur durch das perfekte Zusammenspiel zwischen Technik und menschlicher Athletik möglich ist.
Der ETV Hamburg kämpfte tapfer, konnte aber der Stuttgarter Dominanz nichts entgegensetzen. «Wir haben heute gesehen, dass die Schere zwischen Top-Teams und Mittelfeldmannschaften durch den Einsatz moderner Analysetechniken noch größer wird», meinte Hamburgs Trainer Lars Dittrich nach dem Spiel.
Die Frage bleibt: Wie demokratisch kann der Volleyball-Sport bleiben, wenn die technische Ausstattung einen immer größeren Unterschied macht? Während in Stuttgart bereits mit KI-gestützten Trainingsanalysen experimentiert wird, müssen kleinere Vereine oft mit dem Smartphone und Excel-Tabellen auskommen. Der Volleyball der Zukunft wird wohl nicht nur auf dem Spielfeld, sondern auch in der digitalen Arena entschieden.