Die Temperaturen in Hamburg fallen in den kommenden Tagen deutlich unter null. Bis zu minus 10 Grad sagen die Meteorologen voraus. Für viele Hamburgerinnen und Hamburger weckt das eine besondere Hoffnung: Könnte in diesem Winter nach 14 Jahren endlich wieder das beliebte Alstervergnügen stattfinden?
Bei meinem morgendlichen Spaziergang entlang der Außenalster konnte ich die Vorfreude in den Gesichtern der Passanten sehen. «Wir brauchen mindestens zwei Wochen mit strengem Frost, damit die Eisdicke für die Veranstaltung reicht», erklärt mir Dieter Löwe vom Hamburger Wetteramt. Seit 2010 war die Eisdecke auf der Alster nicht mehr tragfähig genug für das traditionelle Winterspektakel.
Die Stadtplaner beobachten die Situation genau. «Wir stehen in den Startlöchern», versichert Umweltsenator Jens Kerstan. «Sobald die Eisdicke 20 Zentimeter erreicht, können wir grünes Licht geben.» Die Behörden würden dann innerhalb von 24 Stunden das Event organisieren können.
Die Alster friert nicht gleichmäßig zu. In der Binnenalster bildet sich das Eis schneller als in der größeren Außenalster. Zudem spielt der Wind eine entscheidende Rolle, wie mir alteingesessene Anwohner erklären. «Auf’m Eis bin ich das letzte Mal als Kind gewesen», erzählt mir eine 75-jährige Hamburgerin. «Das war ein Volksfest, das die ganze Stadt vereint hat.»
Ob die Kälte tatsächlich lange genug anhält, bleibt abzuwarten. Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert zumindest für die nächsten sieben Tage Dauerfrost. Mein Gefühl sagt mir: Die Chancen stehen so gut wie lange nicht mehr. Hamburg hält den Atem an – und hofft auf mehr Eis.