Die Sicherheitsbehörden in Bayern atmeten gestern auf: Ein mutmaßlich geplanter Terroranschlag auf Weihnachtsmärkte im Freistaat konnte rechtzeitig vereitelt werden. Zwei Männer im Alter von 30 und 35 Jahren wurden in Nordrhein-Westfalen und Baden-Württemberg festgenommen. Sie sollen laut Bayerischem Landeskriminalamt Anschläge mit Fahrzeugen und Messern auf Besucherinnen und Besucher geplant haben.
Die Ermittlungen begannen bereits im Oktober, als verdächtige Online-Aktivitäten auffielen. Der Hauptverdächtige, der in Essen festgenommen wurde, soll Kontakte zum sogenannten «Islamischen Staat» (IS) unterhalten haben. Bei Hausdurchsuchungen fanden die Ermittler belastendes Material auf Datenträgern und in Chats.
«Wir haben Hinweise auf konkrete Vorbereitungshandlungen», bestätigte Innenminister Joachim Herrmann. «Die Zusammenarbeit zwischen den Länderpolizeien und dem Verfassungsschutz hat in diesem Fall perfekt funktioniert.»
Die Festnahmen erfolgten in einer koordinierten Aktion mehrerer Spezialeinsatzkommandos. Nach meinen Recherchen vor Ort ist die Stimmung in München gemischt: Erleichterung über den Erfolg der Behörden, aber auch Beunruhigung über die tatsächliche Bedrohungslage.
Eine Standbetreiberin auf dem Münchner Christkindlmarkt meinte: «Wir haben gelernt, mit einem mulmigen Gefühl zu leben. Aber aufgeben? Niemals. Der Markt gehört zu unserer Kultur.»
Die Sicherheitsmaßnahmen auf bayerischen Weihnachtsmärkten wurden dennoch verstärkt. Polizeipräsenz und Kontrollen nehmen zu. Die Bevölkerung wird um erhöhte Wachsamkeit gebeten, ohne dass Panik geschürt werden soll.
Was mich bei der Berichterstattung besonders nachdenklich stimmt: Die Balance zwischen notwendiger Information und der Gefahr, genau die Verunsicherung zu schaffen, die Terroristen bezwecken. Die bayerischen Weihnachtsmärkte bleiben vorerst ein Ort der Vorfreude – mit einem unsichtbaren Sicherheitsnetz im Hintergrund.