In Dortmund sorgt eine archäologische Sensation für Aufsehen: Auf dem Gelände der Technischen Universität wurden Überreste einer jahrtausendealten Siedlung entdeckt. Während der Arbeiten zum Ausbau des Campus stießen Bauarbeiter auf ungewöhnliche Strukturen im Boden. Archäologen bestätigten inzwischen, dass es sich um Spuren menschlicher Besiedlung handelt, die bis zu 5.000 Jahre zurückreicht.
Die Funde umfassen Grundrisse ehemaliger Behausungen, Keramikscherben und Werkzeuge aus der Jungsteinzeit. «Was uns besonders begeistert, sind die hervorragend erhaltenen Pfostenspuren von mindestens drei Langhäusern», erklärt Dr. Martina Weber vom Landschaftsverband Westfalen-Lippe. «Sie geben uns wertvolle Einblicke in das Leben unserer Vorfahren an diesem Ort.»
Besonders überraschend ist die Entdeckung eines komplexen Grabensystems, das auf eine organisierte Gemeinschaft hinweist. Als ich die Ausgrabungsstätte besuchte, beeindruckte mich die Sorgfalt, mit der die Archäologen jedes noch so kleine Fragment dokumentieren. Solche Funde sind in unserer Region nicht alltäglich.
Die Universität reagiert bereits auf die Entdeckung. «Wir integrieren diesen historischen Schatz in unsere Campusplanung», bestätigt TU-Präsident Professor Michael Schmidt. Man prüfe Möglichkeiten, Teile der Ausgrabung für Studierende und die Öffentlichkeit zugänglich zu machen.
Für Dortmund bedeutet der Fund eine Neubewertung der frühen Stadtgeschichte. Die Spuren menschlicher Besiedlung reichen viel weiter zurück als bisher angenommen. Eine Ausstellung im Stadtmuseum ist bereits in Planung. Werden wir unsere Vorstellung von der Ruhrgebietsgeschichte komplett überdenken müssen?