Der große Bahnfahrplanwechsel ist da. Seit heute gelten bundesweit neue Fahrpläne, die auch für hessische Pendlerinnen und Pendler erhebliche Veränderungen bringen. Betroffen sind sowohl Fernverkehrsverbindungen als auch zahlreiche Regionalzüge. Laut Deutscher Bahn wurden 42 Prozent aller Zugverbindungen angepasst – die umfassendste Umstellung seit Jahren.
Für viele Hessen bedeutet dies neue Abfahrtszeiten und teils längere Fahrzeiten. Besonders auf der Strecke Frankfurt-Kassel müssen Reisende mit bis zu 30 Minuten mehr Fahrzeit rechnen. «Wir haben massiv in die Infrastruktur investiert, was kurzfristig zu Einschränkungen führt, langfristig aber die Zuverlässigkeit verbessert», erklärt Bahnsprecherin Anna Weber.
Nicht nur Zeitpläne ändern sich. In den Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV) wurden 15 neue Züge integriert, die mehr Kapazität und Komfort versprechen. Die S-Bahn-Linie S7 fährt jetzt bis nach Riedstadt-Goddelau, was Pendlern aus dem südlichen Hessen zugute kommt.
Auf dem Weg nach Fulda stand ich gestern im letzten Zug nach altem Fahrplan. Die Stimmung unter den Reisenden schwankte zwischen Skepsis und Hoffnung. «Jedes Mal, wenn die Bahn etwas ändert, muss ich meine ganze Wochenplanung umstellen», sagte mir eine Pendlerin aus Bad Vilbel, während sie nervös auf ihr Smartphone schaute.
Positiv fällt auf: Zwischen Frankfurt und Mannheim gibt es mehr Direktverbindungen, und für den Frankfurter Flughafen wurden zusätzliche frühe Anbindungen geschaffen. Die Ticketpreise bleiben vorerst unverändert.
Die Bahn empfiehlt allen Reisenden, vor Fahrtantritt die aktuellen Verbindungen zu prüfen. Ob der neue Fahrplan tatsächlich die versprochene Verbesserung bringt, wird sich in den nächsten Wochen zeigen. In Zeiten des Klimawandels bleibt die Frage: Reichen diese Anpassungen, um mehr Menschen zum Umstieg auf den Schienenverkehr zu bewegen?