Die Bahnstrecke zwischen Köln und Hagen ist seit gestern Abend komplett gesperrt. Ein Güterzug entgleiste nahe Schwelm, wobei mehrere Waggons aus den Schienen sprangen. Glücklicherweise wurde niemand verletzt, aber die Auswirkungen auf den Bahnverkehr in Nordrhein-Westfalen sind erheblich. Die Deutsche Bahn rechnet mit erheblichen Einschränkungen «bis mindestens Ende der Woche«, wie ein Sprecher heute mitteilte.
Die wichtige Verbindung ist Teil des stark frequentierten Streckennetzes zwischen Rheinland und Ruhrgebiet. Täglich nutzen tausende Pendler diese Verbindung. Ein Ersatzverkehr mit Bussen wurde eingerichtet, kann aber den Ausfall der Fernzüge kaum kompensieren. Besonders ICE- und IC-Verbindungen sind betroffen – sie werden weiträumig umgeleitet oder fallen ganz aus.
«Die Bergungsarbeiten gestalten sich außerordentlich schwierig«, erklärt Bahnexperte Michael Theurer. «Die Waggons müssen einzeln geborgen werden, bevor überhaupt an eine Reparatur der Gleisanlagen gedacht werden kann.»
Als ich heute Morgen am Kölner Hauptbahnhof war, sah ich lange Schlangen an den Informationsschaltern. Die Stimmung unter Reisenden schwankte zwischen Verständnis und Frustration. Eine Pendlerin aus Wuppertal meinte: «Nicht schon wieder. Das ist der dritte größere Ausfall auf meiner Strecke in diesem Jahr.«
Die Bahn empfiehlt Reisenden, sich vor Fahrtantritt über die aktuelle Lage zu informieren und alternative Verbindungen zu nutzen. Für die Pendler im bevölkerungsreichen NRW bedeutet der Ausfall eine weitere Belastungsprobe in einem ohnehin von Bauarbeiten und Verspätungen geprägten Bahnjahr. Bleibt die Frage, wie lange das marode Schienennetz solche Zwischenfälle noch verkraften kann, bevor grundlegende Sanierungen erfolgen.