Nach dem Sturm «Elli» kehrt der Zugverkehr in Norddeutschland langsam zur Normalität zurück. Die Deutsche Bahn hat begonnen, den Betrieb auf den Hauptstrecken wieder aufzunehmen. Noch immer gibt es aber Ausfälle und Verspätungen zwischen Hamburg und Kiel sowie Hamburg und Flensburg. Laut DB-Sprecher könnten Reisende ab Mittag mit deutlich stabileren Verbindungen rechnen.
«Es war ein nervenaufreibendes Wochenende für alle Pendler», erzählt mir Beate Müller am Hamburger Hauptbahnhof. Die 48-jährige Lehrerin aus Schleswig musste gestern bei Verwandten übernachten, weil kein Zug mehr fuhr. Ähnlich erging es Hunderten Reisenden.
Die Folgen des Sturms waren massiv: Umgestürzte Bäume blockierten Gleise, Oberleitungen wurden beschädigt. In Schleswig-Holstein waren zeitweise mehr als 20 Bahnstrecken gesperrt. Ein Bahnsprecher erklärte: «Unsere Einsatzteams arbeiten seit den frühen Morgenstunden mit Hochdruck daran, alle Strecken wieder befahrbar zu machen.»
Die Aufräumarbeiten zeigen Wirkung. Der Fernverkehr zwischen Hamburg und Berlin läuft wieder planmäßig. Auch die wichtige Verbindung nach Hannover ist frei. Der Regionalverkehr erholt sich ebenfalls schrittweise.
In meinen fast zwanzig Jahren als Reporterin habe ich selten erlebt, wie schnell die Bahn nach solchen Unwetterschäden wieder auf die Beine kommt. Die Notfallteams waren rund um die Uhr im Einsatz – mit Kettensägen, Spezialgeräten und viel Handarbeit.
Der Deutsche Wetterdienst gibt für Norddeutschland inzwischen Entwarnung. Reisende sollten dennoch vor Fahrtantritt die DB-App oder die Webseite checken. Nach diesem turbulenten Wochenende bleibt die Frage: Wie können wir Bahnstrecken künftig besser gegen Extremwetter schützen?