In einem Dortmunder Supermarkt verhinderte gestern die Aufmerksamkeit eines Kassierers einen schwerwiegenden Betrugsfall. Ein 64-jähriger Senior wollte 600 Euro von seinem Konto abheben – angeblich für eine «Security-Firma», die seine Wertsachen schützen sollte. Der Kassierer, der den Geldautomaten im Markt betreut, wurde misstrauisch und handelte sofort.
«Der Mann wirkte sehr verunsichert und nervös», berichtete der 27-jährige Kassierer später der Polizei. «Als er sagte, er bräuchte das Geld für eine Security-Firma, die seine Wertgegenstände schützen wolle, wusste ich: Das ist eine bekannte Betrugsmasche.» Nach Angaben der Dortmunder Polizei hatte der Senior zuvor einen Anruf erhalten, in dem ihm vorgetäuscht wurde, sein Vermögen sei in Gefahr.
Die Betrugsmasche ist nicht neu, aber immer wieder erfolgreich. Allein in Nordrhein-Westfalen wurden im vergangenen Jahr über 4.300 Fälle von Telefonbetrug registriert, bei denen vorwiegend ältere Menschen im Visier standen.
Der Kassierer alarmierte umgehend die Polizei und klärte den Senior behutsam auf. Während meiner Jahre als Reporterin in Baden-Württemberg habe ich ähnliche Fälle erlebt – oft sind es gerade aufmerksame Bankangestellte oder Kassierer, die im letzten Moment eingreifen können.
«Zivilcourage hat hier Schlimmeres verhindert«, lobte Polizeisprecherin Sandra Firsching den Mitarbeiter. Der 64-Jährige war sichtlich erleichtert, als er begriff, dass er beinahe Opfer einer Straftat geworden wäre.
Für die Dortmunder Polizei ein wichtiger Appell: Sprechen Sie mit älteren Angehörigen über solche Betrugsmaschen. Und für uns alle gilt: Manchmal reicht ein aufmerksamer Blick oder eine einfache Nachfrage, um andere vor finanziellem Schaden zu bewahren. Wie viele Betrügereien könnten verhindert werden, wenn wir alle etwas genauer hinsehen würden?