Die Rheinbahn in Düsseldorf stellt sich auf eine große Veränderung ein: In wenigen Monaten soll das Bezahlen mit Bargeld in Bussen und Bahnen der Vergangenheit angehören. Die ersten Umbauarbeiten haben bereits begonnen. Bis Ende des Jahres sollen alle 136 Ticketautomaten an Haltestellen und in Fahrzeugen so umgerüstet sein, dass sie nur noch bargeldlose Zahlungen akzeptieren.
Die Entscheidung, komplett auf Bargeld zu verzichten, folgt einem europaweiten Trend. «Wir reagieren damit auf das veränderte Kundenverhalten», erklärt Klaus Klar, Vorstandssprecher der Rheinbahn. Tatsächlich werden bereits heute über 80 Prozent aller Tickets bargeldlos bezahlt – eine Entwicklung, die sich in den letzten Jahren stetig beschleunigt hat.
Der Umbau erfolgt schrittweise. Zunächst werden die Automaten in den Stadtbahnen der Linien U71, U72, U73 und U83 umgerüstet. Danach folgen die Automaten an den Haltestellen und in den Bussen. Während der Umstellungsphase können Fahrgäste noch an einzelnen Automaten mit Bargeld bezahlen.
Als ich gestern am Heinrich-Heine-Allee unterwegs war, spürte ich die gemischten Reaktionen der Düsseldorfer. Viele jüngere Fahrgäste begrüßen die Umstellung: «Ich zahle sowieso immer mit Karte», sagte eine Studentin. Doch besonders ältere Menschen zeigen sich besorgt.
«Für diejenigen, die weiterhin mit Bargeld bezahlen möchten, bleiben die Kundencenter eine Alternative», betont Klar. Dort kann man auch in Zukunft mit Münzen und Scheinen Tickets erwerben. Zusätzlich will die Rheinbahn mehr Servicepersonal an stark frequentierten Haltestellen einsetzen, um bei Problemen zu helfen.
Was bedeutet die Umstellung für unsere Stadt? Sie macht den ÖPNV moderner, aber schließt möglicherweise Menschen aus, die keinen Zugang zu digitalen Zahlungsmitteln haben. Die kommenden Monate werden zeigen, ob die Rheinbahn den Spagat zwischen Innovation und Inklusion schafft. Eines steht fest: Das Kleingeld-Kramen vor dem Einsteigen gehört bald der Vergangenheit an.