Es war ein Abend, der zeigte, wie schnell sich das Blatt im Fußball wenden kann. Erst die Unterbrechung, dann die Wende: Das Bundesligaspiel zwischen dem 1. FC Köln und dem FC Bayern München wurde am Freitagabend für rund acht Minuten unterbrochen, nachdem Kölner Fans massiv Pyrotechnik gezündet hatten. Zu diesem Zeitpunkt führten die Kölner überraschend mit 1:0 – ein Zwischenstand, der die 50.000 Zuschauer im ausverkauften Rhein-Energie-Stadion träumen ließ.
Dichter Rauch zog durch die Arena, während Schiedsrichter Felix Zwayer die Teams in die Kabinen schickte. Der FC-Stadionsprecher musste mehrfach zur Vernunft mahnen, bevor das Spiel fortgesetzt werden konnte. Kurios: Die unfreiwillige Pause schien vor allem den Bayern zu helfen, die bis dahin erstaunlich ideenlos agierten.
«Diese Unterbrechung hat uns paradoxerweise gut getan», gab Bayern-Trainer Thomas Tuchel später zu. «Wir hatten Zeit, ein paar taktische Anpassungen vorzunehmen und den Jungs klarzumachen, dass wir hier anders auftreten müssen.» Das Ergebnis: Nach Wiederanpfiff drehte der Rekordmeister auf und das Spiel gleich mit. Erst traf Serge Gnabry zum Ausgleich (45.+3), bevor Harry Kane (71.) und Thomas Müller (89.) den 3:1-Endstand besiegelten.
Für die Kölner, die durch Sargis Adamyan (14.) in Führung gegangen waren, ein bitterer Abend. FC-Trainer Timo Schultz haderte: «Wir hatten Bayern da, wo wir sie haben wollten. Nach der Unterbrechung haben wir leider den Faden verloren.» Die Pyro-Aktion könnte für die Kölner neben der Niederlage nun auch ein teures Nachspiel beim DFB haben.
Es war nicht das erste Mal, dass Pyrotechnik ein Bundesligaspiel beeinflusste – aber selten änderte eine solche Unterbrechung den Spielverlauf so dramatisch. Während die einen im Rauch untergingen, fanden die anderen im Nebel offenbar ihre Orientierung wieder. Fußball schreibt eben doch noch Geschichten, die man kaum erfinden könnte.