Die spektakuläre Rückkehr der sächsischen Bergparade lässt Dresden jubeln. Nach 14-jähriger Pause marschierten heute wieder knapp 800 Bergleute in ihren traditionellen Uniformen durch die Altstadt. Eine lebendige Tradition, die seit dem 16. Jahrhundert besteht und nun endlich zurück in die Landeshauptstadt gefunden hat.
Der Zug startete pünktlich um 14 Uhr am Neumarkt und bewegte sich über die Schlossstraße zum Altmarkt. Dort begrüßte Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer die Teilnehmer der zehn Bergbrüderschaften. «Diese Parade verkörpert unsere sächsische Identität und verbindet uns mit unserer Geschichte», betonte er sichtlich bewegt.
Unter den Teilnehmern war auch der 72-jährige Klaus Weber aus Freiberg, der seit über 50 Jahren bei Bergparaden mitläuft. «Die Rückkehr nach Dresden ist für uns wie ein Heimkommen», erzählte er mir, während er seine schwere Bergmannsuniform zurechtrückte. Die historischen Kostüme und Instrumente wogen bei manchen Teilnehmern bis zu 15 Kilogramm – eine echte Herausforderung bei den heutigen Temperaturen.
Die Dresdner zeigten sich begeistert. Entlang der Strecke drängten sich tausende Zuschauer, darunter viele Familien mit Kindern. Als die traditionellen Klänge der Bergkapellen erklangen, sah ich Tränen der Rührung in den Augen älterer Zuschauer, für die diese Tradition Teil ihrer Kindheitserinnerungen ist.
Der Verkehrsverein Dresden und die Stadt haben bereits angekündigt, dass die Bergparade künftig wieder regelmäßig stattfinden soll. Die Wiederbelebung dieser Tradition könnte dem Dresdner Weihnachtstourismus neuen Schwung verleihen. Bleibt nur zu hoffen, dass wir nicht wieder 14 Jahre auf dieses faszinierende Stück sächsischer Kulturgeschichte warten müssen.