Die Berliner Polizei hat einen Tatverdächtigen festgenommen, nachdem in der Nacht ein weiterer Kältebus für Obdachlose in Flammen aufging. Der Vorfall ereignete sich im Bezirk Kreuzberg, als Passanten gegen 2:30 Uhr beobachteten, wie ein Mann sich an einem geparkten Fahrzeug der Berliner Stadtmission zu schaffen machte. Die alarmierten Beamten konnten den 43-jährigen Mann noch in der Nähe des Tatorts stellen.
Es ist bereits der zweite Brandanschlag auf einen Kältebus binnen einer Woche. Die Busse sind für viele Obdachlose in der Hauptstadt überlebenswichtig – besonders bei den aktuellen Temperaturen um den Gefrierpunkt. «Diese Angriffe treffen die Schwächsten unserer Gesellschaft», sagt Barbara Breuer von der Berliner Stadtmission.
Für Kerstin Neubert, die seit acht Jahren ehrenamtlich im Kältehilfeprogramm arbeitet, ist der Anschlag unbegreiflich: «Wir verteilen warme Mahlzeiten, Schlafsäcke und transportieren Menschen in Notunterkünfte. Wer zündet so etwas an?»
Meine Recherchen vor Ort zeigen: Die Hilfsorganisationen stehen nun vor erheblichen Problemen. Der Sachschaden beläuft sich auf etwa 40.000 Euro. Die Stadtmission will mit Spendenaufrufen versuchen, schnellstmöglich Ersatzfahrzeuge zu organisieren.
Der festgenommene Mann hatte bereits Vorstrafen wegen Brandstiftung und Sachbeschädigung. Die Staatsanwaltschaft prüft nun, ob er auch für den ersten Anschlag verantwortlich ist. Die Hilfsbereitschaft in Berlin ist derweil groß – innerhalb weniger Stunden gingen bereits mehrere Tausend Euro an Spenden ein.