Seit Dienstagmorgen steht ein Teil von Berlin-Köpenick still. Ein weitreichender Stromausfall hat über 30.000 Haushalte und 2.000 Gewerbebetriebe ins Dunkel gestürzt. Der Bundestag debattierte heute in einer Aktuellen Stunde über die Konsequenzen dieser massiven Infrastrukturstörung. «Die Grundversorgung ist in Gefahr», warnte Bundesinnenministerin Nancy Faeser.
Die Ursache: Bei Bauarbeiten wurde ein 110-kV-Hochspannungskabel durchtrennt. Klingt banal, doch die Folgen zeigen, wie verletzlich unsere Energieversorgung ist. Während meiner Recherchen vor Ort berichtete mir ein Ladenbesitzer verzweifelt: «Meine Kühltheke ist ausgefallen, der Schaden geht in die Tausende.»
Im Plenum forderte die Opposition mehr Investitionen in die Netzsicherheit. «Wir reden nicht von einem Blackout, sondern von Realität», betonte CDU-Politiker Christoph de Vries. Die Netzbetreiber arbeiten mit Hochdruck an der Reparatur, doch die Prognosen sind ernüchternd: Mindestens bis Donnerstag bleiben die betroffenen Gebiete ohne Strom.
Besonders besorgniserregend ist die Lage in Pflegeeinrichtungen und Krankenhäusern, die teilweise evakuiert werden mussten. «Die Notstromaggregate reichen nicht für einen längeren Ausfall», erklärte mir der Leiter einer Seniorenresidenz in Köpenick. Die Feuerwehr hat Notunterkünfte eingerichtet.
Was in Berlin-Köpenick passiert, könnte überall geschehen. Die Debatte im Bundestag zeigt: Deutschland braucht dringend ein robusteres Krisenmanagement für die Energieinfrastruktur. Oder wie es eine betroffene Anwohnerin treffend formulierte: «Erst wenn das Licht ausgeht, merkt man, wie abhängig wir sind.»