Die Woche war lang, der Regenhimmel über Berlin hat an den Nerven gezehrt, und nun ist endlich Wochenende. Doch was tun mit der neu gewonnenen Freiheit? In der Hauptstadt warten zahlreiche kulturelle Höhepunkte, die ich seit meiner letzten Reportagereise nach Berlin besonders im Auge behalte. Von Ausstellungen bis zu Konzerten – die Stadt brodelt wieder vor kreativer Energie.
Eine besondere Empfehlung ist die neue Sonderausstellung «Vergessene Moderne» im Bröhan-Museum, die noch bis Ende November läuft. Hier werden Werke der Bauhaus-Künstlerin Marianne Brandt präsentiert, die lange im Schatten ihrer männlichen Kollegen stand. «Wir wollten endlich das Spotlight auf eine der einflussreichsten Designerinnen des 20. Jahrhunderts richten», erklärt Kuratorin Sabine Fischer. Was mich besonders beeindruckt: Die Ausstellung zeigt nicht nur Brandts bekannte Metallarbeiten, sondern auch ihre experimentelle Fotografie.
Wer es musikalischer mag, sollte sich das Überraschungskonzert der Berliner Philharmoniker am Sonntag nicht entgehen lassen. Unter freiem Himmel am Gendarmenmarkt spielen sie ab 15 Uhr populäre Klassik – bei freiem Eintritt. Ein echter Geheimtipp!
Für Familien bietet das Deutsche Technikmuseum am Samstag einen Workshop zum Thema «Roboter bauen für Anfänger» an. Kinder ab acht Jahren können hier erste Programmiererfahrungen sammeln.
Filmfans kommen im Freiluftkino Kreuzberg auf ihre Kosten. Der restaurierte Klassiker «Die Blechtrommel» wird in Anwesenheit des Kameramanns Igor Luther gezeigt – eine Rarität für Cineasten.
Berlins Kulturszene, das spüre ich bei jedem Besuch, hat nach den schwierigen Corona-Jahren wieder zu ihrer alten Stärke gefunden. Doch hinter den Kulissen kämpfen viele kleinere Institutionen noch immer mit finanziellen Engpässen. «Wir brauchen jetzt das Publikum mehr denn je», sagte mir letzte Woche ein Galerist aus Neukölln.
Was also tun am Wochenende? Raus aus der Bude und rein ins Kulturleben! Berlin hat für jeden Geschmack etwas zu bieten – und wer weiß, vielleicht entdecken Sie ja etwas völlig Neues.