In Berlin-Reinickendorf wurden heute Morgen fünf Menschen durch Schüsse in einer Wohnung verletzt. Der Vorfall ereignete sich gegen 4 Uhr im Stadtteil Tegel, wo Anwohner durch laute Knallgeräusche aufgeschreckt wurden. Nach ersten Polizeiangaben wurden vier Männer und eine Frau mit Schussverletzungen ins Krankenhaus gebracht, zwei davon schweben in Lebensgefahr.
Die Polizei rückte mit einem Großaufgebot an und sperrte den Bereich um das Mehrfamilienhaus weiträumig ab. Über dem Viertel kreiste stundenlang ein Hubschrauber. Eine Anwohnerin berichtete mir, sie habe «erst an Feuerwerk gedacht, dann kamen die Sirenen». Die genauen Hintergründe sind noch unklar, doch die Ermittler gehen von einer Auseinandersetzung im Drogenmilieu aus.
«Wir ermitteln in alle Richtungen und sichern derzeit umfangreich Spuren», erklärte Polizeisprecher Martin Halweg am Tatort. Die Spurensicherung war bis in den Vormittag hinein im Einsatz. Zeugenaussagen deuten darauf hin, dass mehrere Personen nach den Schüssen fluchtartig das Gebäude verließen.
Das betroffene Wohnhaus steht seit längerem unter Beobachtung der Behörden. In meinen zwanzig Jahren Berichterstattung in Berlin habe ich beobachtet, wie sich die Gewalt in bestimmten Kiezen verändert hat – weg von Messern, hin zu Schusswaffen.
Die umliegenden Straßen bleiben vorerst gesperrt. Anwohner zeigen sich beunruhigt. «Sowas kannten wir hier bisher nicht», sagt ein älterer Herr kopfschüttelnd. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die zunehmende Bewaffnung krimineller Kreise – ein Problem, das nicht nur Berlin, sondern viele deutsche Großstädte betrifft.