Der Mittwochmorgen begann in Hamburg mit gefährlicher Überraschung: Blitzeis verwandelte Straßen und Gehwege in regelrechte Rutschbahnen. Zwischen 5 und 8 Uhr wurden die Einsatzkräfte zu über 30 wetterbedingten Unfällen gerufen. Der Deutsche Wetterdienst hatte bereits am Vorabend vor überfrierender Nässe gewarnt, doch die Intensität überraschte viele Hamburgerinnen und Hamburger.
«Als ich um halb sechs aus dem Haus ging, bin ich fast auf der ersten Stufe ausgerutscht», erzählt Anwohnerin Claudia Weber aus Eimsbüttel. Besonders tückisch: Der feine Sprühregen, der auf den gefrorenen Boden traf und sofort zu Eis wurde.
Die Polizei meldete vor allem Unfälle mit Blechschäden, glücklicherweise blieb es meist bei Sachschäden. Auf der A7 kam es dennoch zu erheblichen Behinderungen, nachdem zwei Fahrzeuge ins Schleudern geraten waren. «Die Situation ist ernst, aber kontrollierbar», erklärte Polizeisprecher Jan Müller gegenüber unserer Redaktion.
Die Hamburger Hochbahn setzte Sonderfahrzeuge ein, um die wichtigsten Buslinien aufrechtzuerhalten. Dennoch kam es zu Verspätungen im gesamten Nahverkehr. Die städtischen Streufahrzeuge waren im Dauereinsatz, konnten aber nicht überall gleichzeitig sein.
In meinen fast zwanzig Jahren als Reporterin habe ich selten erlebt, wie schnell eine Großstadt ins Stocken geraten kann. Am Jungfernstieg beobachtete ich, wie Passanten sich gegenseitig stützten und Autofahrer mit Schrittgeschwindigkeit voranschlichen.
Der Deutsche Wetterdienst prognostiziert für die kommenden Stunden eine leichte Entspannung, da die Temperaturen im Tagesverlauf ansteigen sollen. Trotzdem bleibt Vorsicht geboten. Für Hamburg ist es ein weiterer Extrem-Wettereinsatz in einem Winter, der bisher von milden Temperaturen geprägt war. Die Frage steht im Raum: Sind wir auf die zunehmenden Wetterkapriolen wirklich vorbereitet?