Die Debatte um die Sicherung der Düsseldorfer Altstadt hat nach dem Blumenkübel-Unfall am vergangenen Wochenende an Schärfe gewonnen. Ein 84-jähriger Autofahrer hatte am Samstag mehrere Blumenkübel umgefahren, die als Absperrung einer Altstadteinfahrt dienten. Der Vorfall ereignete sich an der Hunsrückenstraße, wo die Stadt erst kürzlich neue Sicherungsmaßnahmen installiert hatte.
Die Unfallstelle kenne ich gut. Als ich vergangenes Jahr über die Neugestaltung der Altstadtzugänge berichtete, standen genau diese massiven Blumenkübel im Mittelpunkt der Diskussion. Damals wirkten sie wie ein solider Kompromiss zwischen Sicherheit und Stadtbild. Jetzt zeigt sich: Sie bieten offenbar nicht den erhofften Schutz.
«Die Kübel wurden wie Kegel bei einer Bowlingbahn umgeworfen», berichtet Augenzeuge Michael Kretschmer, der den Unfall beobachtete. «Das hätte auch Fußgänger treffen können.» Die CDU-Fraktion im Rat fordert nun die sofortige Installation massiverer Barrieren. «Wir können nicht warten, bis etwas Schlimmeres passiert», erklärt Fraktionschef Rolf Tups.
Oberbürgermeister Stephan Keller hingegen mahnt zur Besonnenheit. «Wir dürfen die Altstadt nicht zur Festung umbauen», sagte er gestern bei einem Pressegespräch. Die Stadt prüfe dennoch «verstärkte Sicherungsmaßnahmen».
Aus meiner Erfahrung mit ähnlichen Debatten in Hamburg weiß ich: Die Balance zwischen Sicherheit und Lebensqualität ist heikel. Die Blumenkübel in Düsseldorf sind typisches Beispiel für ein Dilemma, das viele deutsche Innenstädte betrifft: Wie schützt man öffentliche Räume, ohne sie zu verunstalten oder ihre Offenheit zu opfern?
Während die Politik streitet, bleibt die Unfallstelle vorerst nur mit Flatterband gesichert. Die Anwohner und Gewerbetreibenden in der Altstadt verfolgen die Entwicklung mit gemischten Gefühlen. Mehr Sicherheit oder mehr Zugänglichkeit? Diese Frage wird Düsseldorf noch lange beschäftigen müssen.