Die Blutspendeaktion des Deutschen Roten Kreuzes und des ADAC in Berlin hat begonnen. Unter dem Motto «Erstspender:innen gesucht» werben die Organisationen besonders um Menschen, die noch nie Blut gespendet haben. Die Resonanz am ersten Tag im Berliner ADAC-Haus war erfreulich: Mehr als 60 Menschen kamen, davon etwa ein Drittel zum ersten Mal.
Marion Blaschke vom DRK-Blutspendedienst Nord-Ost erklärt den Hintergrund: «Gerade im Sommer kämpfen wir mit Engpässen, während der Bedarf an Blutkonserven konstant bleibt.» Jeden Tag werden allein in Berlin etwa 600 Blutkonserven benötigt, deutschlandweit sind es 15.000.
Was viele nicht wissen: Eine einzige Spende kann bis zu drei Menschenleben retten. Die Komponenten – rote Blutkörperchen, Plasma und Blutplättchen – werden getrennt eingesetzt. Besonders wichtig sind Spenden der Blutgruppen 0 negativ und A negativ, die universell einsetzbar sind.
Luisa Korn (24) war eine der Erstspenderinnen. «Ich hatte immer etwas Angst, aber heute habe ich mich endlich getraut», erzählt sie nach der Spende. «Es war viel entspannter als gedacht.»
Bei meinen Recherchen beobachte ich seit Jahren: Die Bereitschaft zur Blutspende ist in Krisensituationen wie nach dem Anschlag am Breitscheidplatz hoch, im Alltag fehlt oft der Anstoß. Dabei dauert der eigentliche Vorgang nur etwa zehn Minuten.
Die gemeinsame Aktion läuft noch bis Ende August an verschiedenen Standorten in Berlin. Der ADAC stellt seine Räumlichkeiten zur Verfügung, das DRK bringt die medizinische Expertise ein. Spenden kann grundsätzlich jeder gesunde Mensch zwischen 18 und 68 Jahren mit mindestens 50 Kilogramm Körpergewicht.
Wer überlegt mitzumachen: Eine kleine Spende kann Großes bewirken – und nebenbei erfährt man kostenlos seine Blutgruppe und bekommt einen kleinen Gesundheitscheck.