Die niedersächsische Landesregierung startete vergangene Woche ein umfassendes Projekt zur Erkundung heimischer Bodenschätze. Nach Angaben des Wirtschaftsministeriums werden im Harz, der Lüneburger Heide und dem Weserbergland systematisch Vorkommen von Lithium, Kobalt und seltenen Erden gesucht. Diese Rohstoffe sind für die Energiewende und die Produktion moderner Technologien unverzichtbar.
Seit meiner Ankunft in Hannover fällt mir auf, wie sehr das Thema die Menschen bewegt. Viele sehen Chancen für neue Arbeitsplätze, andere sorgen sich um die Umwelt.
«Wir wollen nicht in neue Abhängigkeiten geraten», erklärt Wirtschaftsminister Olaf Lies (SPD) bei der Vorstellung des Projekts. Derzeit bezieht Deutschland 98 Prozent seiner kritischen Rohstoffe aus dem Ausland, vorwiegend aus China. Die Erkundungsarbeiten, für die das Land 12 Millionen Euro bereitstellt, sollen bis 2026 abgeschlossen sein.
Erste Analysen des Landesamts für Bergbau zeigen vielversprechende Ergebnisse im Harz. «Die geologischen Bedingungen ähneln denen in erfolgreichen Abbaugebieten in Schweden», sagt Geologin Dr. Martina Weber. Besonders die Lithium-Vorkommen könnten für die Batterieindustrie bedeutsam werden.
Umweltverbände mahnen jedoch zur Vorsicht. «Moderne Bergbaumethoden müssen streng kontrolliert werden», fordert der BUND Niedersachsen. In Bad Grund, wo einst Silber abgebaut wurde, sind die Meinungen geteilt. Bürgermeister Frank Uhlenhut sieht «Chancen für die strukturschwache Region», während Anwohner Grundwasserbelastungen befürchten.
Was in den Tiefen unserer Heimat schlummert, könnte unsere wirtschaftliche Zukunft prägen. Doch der Weg vom Fund zur Förderung ist weit. Und eine Frage bleibt: Kann Deutschland den Spagat zwischen Ressourcensicherheit und Umweltschutz schaffen?