Die Straßen Berlins werden digital überwacht: Ab 2024 tragen Polizei und Feuerwehr der Hauptstadt insgesamt 3.000 Bodycams. Die kleinen Kameras, direkt an der Uniform befestigt, sollen in brenzligen Situationen für mehr Sicherheit sorgen. Laut Berliner Innensenatorin Iris Spranger werden 2.000 Geräte an die Polizei und 1.000 an die Feuerwehr verteilt. Eine Entwicklung, die bundesweit zu beobachten ist.
«Wir erleben immer häufiger Angriffe auf Einsatzkräfte«, erklärt ein Polizeibeamter aus Kreuzberg, der nicht namentlich genannt werden möchte. In meinen fast zwanzig Jahren Berichterstattung habe ich diese Entwicklung hautnah miterlebt – was früher die Ausnahme war, scheint heute fast Alltag.
Die Kameras nehmen nicht permanent auf, sondern werden in kritischen Momenten manuell aktiviert. Die Aufzeichnungen dienen als Beweismaterial bei Übergriffen und sollen gleichzeitig deeskalierend wirken. «Allein das Wissen, gefilmt zu werden, kann aggressive Verhaltensweisen eindämmen», sagt Karsten Homrighausen, Landesbranddirektor der Berliner Feuerwehr.
Datenschützer sehen die Entwicklung kritisch. Die Berliner Datenschutzbeauftragte betont: «Bodycams sind ein Eingriff in die Privatsphäre und müssen streng reguliert werden.» Bevor die Aufnahme startet, müssen die Einsatzkräfte eine Warnung aussprechen – ein wichtiger Schutz für Bürgerrechte.
Der Hamburger Weg zeigt: Das System kann funktionieren. Dort sind die kleinen Kameras seit Jahren im Einsatz, mit positiver Bilanz. Was bleibt, ist die Frage: Werden mehr Kameras tatsächlich zu mehr Sicherheit führen? Oder schaffen wir damit nur eine Illusion von Kontrolle in einer zunehmend unsicheren Gesellschaft?