In Düsseldorf müssen heute rund 4.200 Menschen ihre Häuser verlassen. Der Grund: Bei Bauarbeiten nahe der Toulouser Allee wurde eine amerikanische Fliegerbombe aus dem Zweiten Weltkrieg entdeckt. Der 1.000-Kilo-Blindgänger soll noch am Nachmittag entschärft werden. Die Evakuierung im Umkreis von 500 Metern um den Fundort läuft seit 8 Uhr morgens.
Seit dem Bombenfund herrscht Hochbetrieb in der Stadt. Das Ordnungsamt klingelt mit 250 Mitarbeitern an jeder Tür im Sperrgebiet. Die Rheinbahn hat mehrere Buslinien umgeleitet. «Wir rechnen mit einer Entschärfung gegen 16 Uhr«, sagt Feuerwehrsprecher Christopher Schuster. «Bis dahin müssen alle Anwohner das Gebiet verlassen haben.»
In der August-Thyssen-Schule wurde eine Notunterkunft eingerichtet. Dort harren bereits Dutzende Menschen aus, darunter viele Senioren. «Ich habe nur das Nötigste mitgenommen», erzählt die 84-jährige Gertrud Meier. «Man kennt das ja leider in Düsseldorf.»
Tatsächlich sind Bombenfunde in der Stadt keine Seltenheit. Allein im vergangenen Jahr wurden sieben Blindgänger entschärft. Als Reporterin habe ich bereits mehrere dieser Einsätze begleitet – beeindruckend ist jedes Mal, wie routiniert die Stadt reagiert.
Besonders betroffen sind heute auch mehrere Pflegeheime und eine Kita im Evakuierungsbereich. «Die Verlegung der Pflegebedürftigen ist eine logistische Herausforderung», berichtet Einsatzleiter Michael Süßmann. Krankentransporte haben seit dem frühen Morgen Hochbetrieb.
Wenn alles nach Plan läuft, können die Anwohner voraussichtlich am frühen Abend zurückkehren. Bis dahin bleibt die Frage: Was schlummert noch unter unseren Füßen, fast 80 Jahre nach Kriegsende? Für viele Düsseldorfer ist der Bombenfund eine lästige Unterbrechung des Alltags – und gleichzeitig eine mahnende Erinnerung an die Vergangenheit.