Die Alte Försterei stand Kopf, aber nicht aus Freude. Borussia Dortmund hat am Sonntagnachmittag Union Berlin mit einer beeindruckenden Vorstellung entzaubert. Beim 3:0-Auswärtssieg zeigte der BVB all die Qualitäten, die man von einem Spitzenteam erwarten darf: Effiziente Chancenverwertung, taktische Disziplin und individuelle Klasse. Für die Köpenicker war es die dritte Niederlage in Folge – ein besorgniserregender Trend, der die Stimmung im Stadion merklich drückte.
Schon in der Anfangsphase nahm der BVB das Heft in die Hand. Nach 17 Minuten war es der formstarke Julian Ryerson, der ausgerechnet gegen seinen Ex-Klub zur Führung traf. Sein präziser Schuss aus 18 Metern ließ Union-Keeper Frederik Rönnow keine Chance. Die Berliner versuchten zu antworten, doch ihre Offensivbemühungen wirkten oft zu hastig und unkoordiniert.
«Wir haben heute genau den Matchplan umgesetzt, den wir uns vorgenommen hatten», erklärte BVB-Coach Nuri Şahin nach dem Spiel. «Bei Union musst du erst einmal die Zweikämpfe annehmen, und das haben wir von der ersten Minute an getan.» Diese Einstellung zahlte sich aus, als Karim Adeyemi kurz vor der Pause auf 2:0 erhöhte. Sein Sprint über das halbe Feld erinnerte an seine besten Zeiten – eine Qualität, die dem BVB in dieser Saison noch gefehlt hatte.
Union-Trainer Marco Grote wirkte nach dem Spiel ratlos: «Wir müssen uns an die eigene Nase fassen. In den entscheidenden Momenten waren wir heute nicht präsent genug.» Besonders bitter: Als die Berliner in der zweiten Hälfte alles nach vorne warfen, setzte Dortmund den Konter zum 3:0-Endstand durch Neuzugang Matías Soulé, der seinen ersten Bundesligatreffer erzielte.
Mit diesem Sieg festigt Dortmund seine Position in der Spitzengruppe der Bundesliga und zeigt, dass mit ihnen auch in dieser Saison zu rechnen ist. Für Union hingegen wird die Luft im unteren Tabellendrittel zunehmend dünner. Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Eisernen den Negativtrend stoppen können oder ob uns eine Überraschung im Tabellenkeller bevorsteht.