In den frühen Morgenstunden des Sonntags stand ein Fachwerkhaus am Asselner Hellweg in Dortmund in Flammen. Gegen 3:30 Uhr wurden die Einsatzkräfte alarmiert. Das über 100 Jahre alte Gebäude brannte bei Ankunft der Feuerwehr bereits in voller Ausdehnung. Glücklicherweise konnten sich alle Bewohner rechtzeitig in Sicherheit bringen – niemand wurde verletzt.
Die Löscharbeiten gestalteten sich schwierig, wie ich vor Ort beobachten konnte. «Die besondere Bauweise von Fachwerkhäusern mit vielen Hohlräumen macht es für uns kompliziert, alle Glutnester zu erreichen», erklärte Einsatzleiter Michael Schneider. Mehr als 80 Feuerwehrleute kämpften stundenlang gegen die Flammen. Besonders tückisch: Der Wind fachte immer wieder neue Brandherde an.
Die Feuerwehr musste Teile des Dachs öffnen, um an versteckte Glutnester zu gelangen. Unterstützt wurden die Einsatzkräfte durch eine Drohne mit Wärmebildkamera. «So konnten wir auch nicht sichtbare Hitzeentwicklungen im Gebäude lokalisieren», sagte Schneider. Der Asselner Hellweg blieb für den Verkehr mehrere Stunden gesperrt.
Für die betroffene Familie ist es ein Schock. «Wir haben alles verloren», erzählte mir Anwohnerin Petra Müller mit Tränen in den Augen. Die Nachbarschaft hat bereits eine Spendenaktion organisiert. Das Haus ist vorerst unbewohnbar, die genaue Brandursache noch unklar. Die Kripo hat die Ermittlungen aufgenommen.
Was bleibt, ist die Frage nach dem Erhalt historischer Bausubstanz in unseren Städten. Denn mit jedem verlorenen Fachwerkhaus verschwindet ein Stück Stadtgeschichte – unwiederbringlich.