In einer verlassenen Schwimmhalle im Berliner Stadtteil Friedrichshain ist am späten Montagabend ein Feuer ausgebrochen. Gegen 21:15 Uhr wurden mehrere Notrufe bei der Berliner Feuerwehr gemeldet, nachdem Anwohner dichten Rauch über dem Gebäude an der Landsberger Allee bemerkt hatten. Die Einsatzkräfte rückten mit über 80 Kräften aus, da zunächst unklar war, ob sich Menschen in dem leerstehenden Objekt aufhielten.
Vor Ort stellten die Feuerwehrleute fest, dass der Brand im Bereich des ehemaligen Schwimmbeckens ausgebrochen war. «Die Bedingungen waren äußerst schwierig«, erklärt Einsatzleiter Thomas Kirstein. «Dichter Rauch und die unübersichtliche Struktur des seit Jahren leerstehenden Gebäudes erschwerten die Suche nach möglichen Personen erheblich.» Mehrere Trupps unter Atemschutz durchkämmten systematisch das weitläufige Areal.
Nach ersten Erkenntnissen der Polizei könnte es sich um Brandstiftung handeln. In den vergangenen Jahren wurde das verlassene Gebäude wiederholt von Obdachlosen als Unterkunft genutzt. Eine Anwohnerin berichtet: «Immer wieder sieht man Menschen dort ein- und ausgehen, obwohl das Gebäude eigentlich gesperrt ist.»
Ich habe solche Einsätze während meiner Berichterstattung in Hamburg mehrfach begleitet – verlassene Industriegebäude stellen für Einsatzkräfte ein besonderes Risiko dar. Die marode Bausubstanz und unbekannte Gefahrenstoffe gefährden nicht nur mögliche Betroffene, sondern auch die Helfer.
Nach rund drei Stunden konnte die Feuerwehr Entwarnung geben: Es wurden keine Personen gefunden, das Feuer war gelöscht. Die Ermittlungen zur Brandursache laufen. Der Vorfall wirft erneut Fragen zum Umgang mit leerstehenden Gebäuden in der Hauptstadt auf. Wie viel Sicherheit ist nötig, wie viel Kontrolle möglich in einer Stadt, in der bezahlbarer Wohnraum knapp und die Zahl der Wohnungslosen hoch ist?