In Kiel wurde gestern Abend eine Theateraufführung abrupt unterbrochen, als im Schauspielhaus ein Feuer ausbrach. Gegen 20:30 Uhr bemerkte das Personal Brandgeruch und Rauch im Bühnenbereich. Die etwa 150 Zuschauer, die der Vorstellung «Kleiner Mann – was nun?» beiwohnten, mussten sofort das Gebäude verlassen.
Die Feuerwehr rückte mit einem Großaufgebot an. «Wir haben schnell reagiert, um eine Ausbreitung zu verhindern», erklärt Einsatzleiter Jörg Teuber. Nach ersten Erkenntnissen entstand der Brand in einem Technikraum unterhalb der Bühne. Vermutlich löste ein elektrischer Defekt das Feuer aus, das sich auf Kabelschächte und Installationen beschränkte.
Glücklicherweise wurde niemand verletzt. Die geordnete Evakuierung verlief reibungslos – ein Verdienst der regelmäßigen Notfallübungen, wie mir Theatermitarbeiter bestätigten. Als ich vor Ort eintraf, standen viele Besucher noch fassungslos vor dem Gebäude. «Erst dachten wir, das gehört zum Stück», erzählte eine ältere Dame aus Kiel-Gaarden.
Der Sachschaden wird auf rund 50.000 Euro geschätzt. Besonders bitter für das Ensemble: Nach der pandemiebedingten Durststrecke war das Haus gerade erst wieder gut besucht. Die technische Überprüfung läuft, Experten untersuchen die Brandursache genauer.
Wie es mit dem Spielbetrieb weitergeht, will das Theater heute bekannt geben. Nach meinen Informationen dürften zumindest einige Vorstellungen der kommenden Tage ausfallen. Für die Kulturszene der Stadt ist dieser Vorfall ein Dämpfer – ausgerechnet jetzt, wo das Publikum langsam zurückkehrt.