In Frankfurt ereignete sich gestern Abend ein alarmierender Fall von Gewalt im öffentlichen Nahverkehr. Ein 56-jähriger Busfahrer wurde nach einem Streit mit zwei Fahrgästen brutal attackiert und musste mit Verletzungen ins Krankenhaus eingeliefert werden. Der Vorfall ereignete sich gegen 20:30 Uhr an der Haltestelle Krifteler Straße im Stadtteil Sossenheim.
Was als verbale Auseinandersetzung begann, eskalierte rasch. Die beiden Tatverdächtigen, laut Zeugenaussagen zwischen 20 und 25 Jahre alt, hatten zunächst mit dem Fahrer gestritten. Als dieser die beiden Männer des Busses verwies, schlugen sie unvermittelt auf ihn ein. «Solche Vorfälle nehmen leider zu», berichtet Polizeisprecher Maximilian Weber. «Unsere Einsatzkräfte werden immer häufiger zu Gewaltdelikten im ÖPNV gerufen.»
Die Angreifer flüchteten anschließend in Richtung Dunantring. Eine sofort eingeleitete Fahndung blieb bislang erfolglos. Der Busfahrer erlitt Prellungen im Gesicht und am Oberkörper, konnte die Klinik aber nach ambulanter Behandlung wieder verlassen.
Diese Attacke ist kein Einzelfall. Erst letzte Woche dokumentierte die Verkehrsgesellschaft Frankfurt einen Anstieg von Übergriffen auf ihr Personal um 17 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. In meinen fast zwanzig Jahren als Reporterin habe ich immer wieder mit Fahrern gesprochen, die von zunehmendem Respektverlust berichten. «Man fühlt sich manchmal wie ein Blitzableiter für Frust», erzählte mir ein langjähriger Busfahrer bei einer Recherche in München.
Die Polizei bittet nun dringend um Mithilfe: Zeugen, die den Vorfall beobachtet haben oder Hinweise zu den Tätern geben können, werden gebeten, sich beim 17. Polizeirevier unter der Telefonnummer 069/755-11700 zu melden. Die Verkehrsbetriebe prüfen derweil zusätzliche Sicherheitsmaßnahmen.
Wer täglich für unsere Mobilität sorgt, verdient Respekt statt Gewalt. Der Vorfall zeigt einmal mehr, dass der gesellschaftliche Zusammenhalt an empfindlichen Stellen brüchig geworden ist. Wenn selbst diejenigen, die uns sicher ans Ziel bringen, nicht mehr sicher sind, müssen wir als Gesellschaft handeln.