Der Bundesliga-Fußball präsentiert sich am 22. Spieltag als faszinierendes Spannungsfeld zwischen etablierten Mächten und neuen Impulsen. In Frankfurt feierte Albert Riera ein beeindruckendes Debüt als Cheftrainer der Eintracht. Der Spanier, der bislang vor allem in Osteuropa und der Schweiz an der Seitenlinie stand, bewies sofort ein glückliches Händchen. «Manchmal braucht ein Team einfach einen neuen Impuls, eine andere Energie», erklärte der 41-Jährige nach dem überzeugenden 3:1 gegen seinen Ex-Klub Borussia Mönchengladbach.
Währenddessen marschiert Bayer Leverkusen weiter durch die Liga, als gäbe es kein Morgen. Die Werkself bleibt auch am 22. Spieltag ungeschlagen – ein Kunststück, das in der Bundesliga-Geschichte nur wenigen Teams gelang. Die Mannschaft von Xabi Alonso vereint dabei modernes Positionsspiel mit einer bemerkenswerten taktischen Flexibilität. Beobachter sprechen bereits vom «Leverkusener Modell» als neuer Blaupause für erfolgreichen deutschen Vereinsfußball. Der Kölner Fußballanalyst Thomas Berger sieht darin einen Paradigmenwechsel: «Was wir hier erleben, ist die perfekte Verschmelzung von Spielintelligenz und Athletik.»
Im Keller der Tabelle sorgt unterdessen St. Pauli für Aufsehen. Die Hamburger, vor der Saison als klarer Abstiegskandidat gehandelt, etablieren sich zunehmend als ernstzunehmender Bundesligist. Ihr mutiger Ansatz, auch gegen vermeintlich stärkere Teams offensiv zu agieren, bringt dem Kiez-Klub Respekt ein – und wichtige Punkte im Abstiegskampf.
Die Bayern wiederum stecken in einer seltsamen Zwischenwelt. Einerseits punkten sie regelmäßig, andererseits fehlt dem Rekordmeister die Dominanz vergangener Tage. Das Remis gegen Werder Bremen offenbarte einmal mehr die Probleme im Spielaufbau. Ist dies nur eine vorübergehende Schwächephase oder erleben wir gerade das Ende einer Ära? Die kommenden Wochen werden zeigen, ob die Bundesliga tatsächlich vor einem grundlegenden Machtwechsel steht oder ob die alten Hierarchien sich letztlich doch wieder durchsetzen.