Die Reisegruppe von Borussia Dortmund machte sich am Freitagmittag auf den Weg zum Bundesliga-Auswärtsspiel bei Union Berlin – allerdings ohne einen wichtigen Mann an Bord. Sportdirektor Sebastian Kehl (44) fehlte bei der Abreise des BVB-Trosses aus gutem Grund: Der frühere Kapitän weilt derzeit auf Scoutingtour in Südamerika, wie die WAZ aus Vereinskreisen erfuhr.
Kehl beobachtet dort potenzielle Neuzugänge für die kommende Saison. Der Zeitpunkt ist bewusst gewählt, denn aktuell laufen in Südamerika zahlreiche interessante Partien, darunter Spiele der Copa Libertadores, dem südamerikanischen Pendant zur Champions League. Gerade der brasilianische und argentinische Markt bietet regelmäßig hochtalentierte Spieler zu vergleichsweise günstigen Konditionen.
Für den BVB ist diese Scouting-Strategie nicht neu. Bereits in der Vergangenheit hat der Verein immer wieder vielversprechende Talente aus Südamerika nach Dortmund geholt. Man denke nur an Jadon Sancho, der sich beim BVB zum Star entwickelte, bevor er für 85 Millionen Euro zu Manchester United wechselte. Auch aktuell stehen mit Spielern wie Ryerson und Schlotterbeck Profis im Kader, die durch gutes Scouting entdeckt wurden.
Die sportliche Leitung wird in Berlin daher von Kaderplaner Slaven Stanic und den Co-Trainern um Nuri Şahin übernommen. Für das Team von Cheftrainer Edin Terzić steht nach der Champions-League-Niederlage gegen Real Madrid (0:5) nun die wichtige Aufgabe an, in der Bundesliga wieder in die Erfolgsspur zurückzufinden. Mit einem Sieg bei Union Berlin könnte der BVB den Anschluss an die Tabellenspitze halten und wichtiges Selbstvertrauen für die kommenden Aufgaben tanken.