In den letzten zwei Jahren hat Borussia Dortmund eine bemerkenswerte Fähigkeit bewiesen: Spieler, die kaum zum Einsatz kamen, für Spitzenpreise zu verkaufen. Der BVB kassierte unglaubliche 130 Millionen Euro für Profis, die überwiegend auf der Ersatzbank saßen. Ein Geschäftsmodell, das in der Bundesliga seinesgleichen sucht.
Paradebeispiel dieser Strategie ist Jude Bellingham, der für 103 Millionen Euro zu Real Madrid wechselte – allerdings nach drei Jahren als Stammspieler. Doch der wahre Clou liegt woanders: Niklas Süle, Mats Hummels, Anthony Modeste und andere, die zusammen nur auf 40% Einsatzzeit kamen, brachten dem Verein Millionen ein.
«Der BVB hat ein hervorragendes Gespür für das richtige Timing bei Transfers entwickelt», erklärt Transferexperte Thomas Berger. «Sie kaufen talentierte Spieler, geben ihnen eine Plattform und verkaufen sie dann mit erheblichem Gewinn – unabhängig von deren tatsächlicher Einsatzzeit.»
Die Daten sind beeindruckend: Marius Wolf (3,5 Mio. Ablöse), Thorgan Hazard (4 Mio.), Soumaila Coulibaly (15 Mio.) und Felix Passlack (verkauft für 500.000 Euro) – allesamt keine Stammkräfte, doch wertvolle Verkaufsobjekte. Besonders bei jungen Talenten wie dem 19-jährigen Coulibaly zeigt sich die Strategie: Trotz nur eines Bundesliga-Einsatzes wechselte er für 15 Millionen Euro zu den Glasgow Rangers.
Im europäischen Fußballgeschäft, wo die Premier League mit Milliarden jongliert, hat der BVB seine Nische gefunden. Die Schwarzgelben setzen nicht nur auf die Entwicklung von Toptalenten wie Bellingham, sondern verstehen es auch, aus Ergänzungsspielern Kapital zu schlagen. Für die Fans stellt sich allerdings die Frage: Wieviel dieser Transfererlöse fließen tatsächlich in neue Spieler, die den BVB sportlich voranbringen? Die Antwort darauf wird die kommende Transferperiode zeigen.