Article – Die Innovationskraft in Hamburgs Hochschulen liegt brach, kritisiert die CDU in der Hansestadt. Nur 33 Unternehmensgründungen aus Hamburger Hochschulen wurden 2022 registriert – alarmierend wenig verglichen mit anderen Metropolen. Während Bayern und Berlin-Brandenburg jeweils über 100 Start-ups hervorbrachten, verliert Hamburg den Anschluss.
«Hamburgs Potenzial wird schlichtweg nicht ausgeschöpft», erklärt Anke Frieling, wissenschaftspolitische Sprecherin der CDU-Fraktion. Diesen Zustand beobachte ich seit Jahren bei meinen Recherchen an den Hochschulen – brillante Köpfe, deren Ideen im Universitätssystem versickern.
Die CDU fordert nun ein «Innovationszentrum Hamburg», das Gründern wichtige Infrastruktur bietet: Räume, Geräte und vor allem Beratung. «Wir brauchen eine zentrale Anlaufstelle, die Studierenden von der Idee bis zur Marktreife unter die Arme greift», so Frieling.
Nach meiner Erfahrung scheitern viele Gründungen an Bürokratie und fehlendem Startkapital. Das typisch hanseatische Understatement tut sein Übriges – während in Berlin lautstark jede Idee gefeiert wird, bleibt man an der Elbe zurückhaltend.
Der rot-grüne Senat verweist auf bestehende Programme. Doch diese wirken wie ein Flickenteppich ohne klare Strategie. Die Frage bleibt: Will Hamburg nur Hafenstadt mit Traditionen sein – oder auch Zukunftsschmiede für Innovationen?