Die Lichter des Friedens strahlen unter erhöhten Sicherheitsvorkehrungen. Heute beginnt am Brandenburger Tor die traditionelle Chanukka-Feier mit der Entzündung der ersten Kerze am neun Meter hohen Leuchter. Aufgrund der angespannten Sicherheitslage werden rund 80 Polizisten das Festgelände absichern. Der Rabbiner Yehuda Teichtal spricht von einem «Licht gegen den Hass».
In den Abendstunden werden sich mehrere hundert Menschen auf dem Pariser Platz versammeln. Die Polizei hat das Sicherheitskonzept nach eigenen Angaben angesichts der Situation im Nahen Osten und dem Anstieg antisemitischer Vorfälle deutlich verstärkt. «Wir müssen wachsam sein, aber nicht ängstlich», sagt Teichtal, der auch Vorsitzender der Jüdischen Gemeinde Chabad Berlin ist.
Das achttägige Lichterfest erinnert an die Wiedereinweihung des zweiten Tempels in Jerusalem im Jahr 164 vor unserer Zeitrechnung und gilt als Symbol für das Wunder des Lichts. Die Tradition will, dass ein kleines Gefäß Öl damals acht Tage lang brannte, obwohl es nur für einen Tag hätte reichen dürfen.
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner und Bundestagspräsidentin Bärbel Bas werden an der Zeremonie teilnehmen. Bei meinem letzten Besuch einer Chanukka-Feier in München konnte ich die besondere Atmosphäre erleben – eine Mischung aus Freude und Entschlossenheit, jüdische Traditionen trotz aller Widrigkeiten öffentlich zu leben.
Die Veranstaltung steht unter dem Motto «Licht über Dunkelheit». In Zeiten, in denen antisemitische Vorfälle in Deutschland deutlich zunehmen, setzt die jüdische Gemeinschaft ein starkes Zeichen. Was mich bewegt: Wie können wir als Gesellschaft dafür sorgen, dass solche Feiern bald wieder ohne massive Polizeipräsenz stattfinden können?