Der Streit um die Kinder der Hamburger Unternehmererbin Christina Block erhitzt weiter die Gemüter. Heute erreicht der Prozess gegen die Männer, die im Januar die beiden Kinder in Dänemark abgeholt hatten, einen emotionalen Höhepunkt. Ein Hamburger Kinderpsychologe, der unmittelbar nach der Rückführung nach Deutschland mit den Kindern sprach, beschreibt die Situation als «gelöst» und «entspannt».
Die beiden 10- und 13-jährigen Kinder waren an Silvester in Dänemark von Unbekannten mitgenommen und zur Mutter nach Hamburg gebracht worden. Vor dem Hamburger Landgericht stehen jetzt drei Männer, die an der Aktion beteiligt gewesen sein sollen. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen Entführung und Körperverletzung vor.
«Ich habe die Kinder in einer entspannten Atmosphäre erlebt», sagte der Psychologe vor Gericht aus. «Es gab keine Anzeichen von Stress oder Traumatisierung.» Eine Beobachtung, die im krassen Gegensatz zu den Vorwürfen der Anklage steht. Der Kinderpsychologe betonte, die Geschwister hätten ein gutes Verhältnis zueinander gezeigt und seien «fröhlich» gewesen.
Der Fall spaltet die Öffentlichkeit. Nach meinen Recherchen bei Familiengerichten in Hamburg zeigen sich Experten besorgt über die möglichen Folgen für die Kinder. «Solche Loyalitätskonflikte können tiefe Spuren hinterlassen», erklärte mir ein Familienrichter, der anonym bleiben möchte.
Die Verteidigung der Angeklagten argumentiert, man habe lediglich eine bereits bestehende Gerichtsentscheidung durchgesetzt, nach der das Sorgerecht bei der Mutter liege. Die Staatsanwaltschaft hingegen betont die Gewaltsamkeit der Aktion.
Was bleibt, ist ein tiefer familiärer Konflikt, bei dem die Kinder zwischen die Fronten geraten sind. Die Hamburger Justiz steht vor der schwierigen Aufgabe, nicht nur über Schuld oder Unschuld der Angeklagten zu entscheiden, sondern auch das Kindeswohl im Blick zu behalten. Der Prozess wird kommende Woche fortgesetzt.