Die Ruhe des Heiligabends wurde im Dortmunder Decathlon-Geschäft an der Kampstraße jäh unterbrochen. Ein Alarm schallte stundenlang durch das Einkaufszentrum und über den Weihnachtsmarkt – und niemand konnte ihn abstellen. Die Polizei rückte gegen 17 Uhr an, nachdem Anwohner und Passanten den nervtötenden Dauerton gemeldet hatten.
Der Alarm war weithin hörbar und störte nicht nur die weihnachtliche Stimmung auf dem nahen Weihnachtsmarkt, sondern auch in den umliegenden Wohngebieten. «Das war unerträglich», berichtete Anwohnerin Marion L., die gerade mit ihrer Familie die Geschenke auspacken wollte. «Wir konnten uns kaum unterhalten.»
Nach Auskunft der Dortmunder Polizei gestaltete sich die Lösung des Problems schwierig. «Wir konnten zunächst keinen Verantwortlichen des Sportgeschäfts erreichen», erklärte ein Polizeisprecher. Mehrere Versuche, den zuständigen Filialleiter zu kontaktieren, blieben erfolglos. Heiligabend ist eben auch für Führungskräfte ein Feiertag.
Die Beamten versuchten schließlich, mit Hilfe der Feuerwehr in das Geschäft einzudringen, um den Alarm manuell abzustellen. Ein Techniker des Sicherheitsdienstes traf erst nach mehr als zwei Stunden ein. In meinen fast zwanzig Jahren als Reporterin habe ich selten erlebt, dass ein technisches Problem so viele Menschen an einem Feiertag in Mitleidenschaft zieht.
Die Stadtverwaltung Dortmund kündigte an, den Vorfall zu prüfen. «Für Alarmanlagen in Geschäften gibt es klare Vorschriften, auch bezüglich der Erreichbarkeit von Verantwortlichen», teilte ein Sprecher mit. Ob Decathlon mit Konsequenzen rechnen muss, blieb zunächst offen.
Die Frage bleibt, wie ein solcher Störfall künftig verhindert werden kann. Während die einen über den Vorfall lachen konnten, ist er für viele Anwohner ein Beispiel dafür, wie Technik den Menschen auch an Feiertagen das Leben schwer machen kann.