Die Deutsche Bahn sorgt mit einem Millionenauftrag an einen chinesischen Bushersteller für politischen Zündstoff. Rund 60 Elektrobusse werden vom Hersteller BYD gekauft – zum Ärger der heimischen Industrie. Der DB Regio Bus will mit diesen E-Fahrzeugen den öffentlichen Nahverkehr in ländlichen Regionen stärken, wo bislang 42 Prozent der Deutschen Zugang haben.
In Zeiten, in denen deutsche Autobauer wie MAN oder Daimler Truck selbst E-Busse produzieren, weckt die Entscheidung Unmut. «Ausgerechnet ein Staatskonzern kauft bei der chinesischen Konkurrenz», kritisiert CDU-Verkehrsexperte Christoph Ploß. Nach meinen Gesprächen mit Brancheninsidern ist die Verbitterung groß, schließlich investieren deutsche Hersteller Milliarden in den Standort Deutschland.
Die Bahn verteidigt ihre Entscheidung mit wirtschaftlichen Argumenten. «Die Angebote deutscher Hersteller waren deutlich teurer», erklärt ein Bahnsprecher. Zwischen 30 und 50 Prozent Preisunterschied soll es gegeben haben – eine Marge, die schwer zu ignorieren ist, wenn man mit öffentlichen Geldern wirtschaftet.
Wirtschaftsminister Habeck hat derweil vor kurzem eine härtere Gangart gegenüber China angekündigt. Das Spannungsfeld ist deutlich: Einerseits der Druck, klimafreundliche Mobilität voranzutreiben, andererseits der Schutz der heimischen Wirtschaft. Die Frage bleibt: Was kostet uns ein E-Bus wirklich – nur seinen Kaufpreis oder auch Arbeitsplätze und Know-how?