In den letzten Tagen veröffentlichte das Statistische Bundesamt die Jahreszahlen für 2025: Deutschlands Wirtschaft ist um bescheidene 0,9 Prozent gewachsen. Nach der Stagnation 2023 und dem Mini-Wachstum 2024 atmen viele Unternehmer auf. Dennoch bleibt Deutschland im europäischen Vergleich Schlusslicht – während Frankreich und Spanien mit über 2 Prozent wachsen.
Die Zahlen erzählen eine Geschichte der Widerstandsfähigkeit. Trotz anhaltender geopolitischer Krisen und hoher Energiepreise hat sich besonders der Dienstleistungssektor als Wachstumstreiber erwiesen. «Der deutsche Mittelstand beweist einmal mehr seine Anpassungsfähigkeit», erklärt Wirtschaftsminister Habeck bei der Präsentation der Zahlen in Berlin.
Interessant: Während große Industrieunternehmen weiter kämpfen, boomen kleine Technologiefirmen. Bei meinen Recherchen in Düsseldorfs Startup-Szene begegnen mir wöchentlich Gründer, die trotz widriger Umstände expandieren. Die Digitalisierung schafft Chancen abseits traditioneller Industrien.
Problematisch bleibt der Fachkräftemangel. «Wir könnten doppelt so schnell wachsen, wenn wir alle offenen Stellen besetzen könnten», klagt Carola Meier vom Handwerksverband. Laut aktueller Umfrage der IHK sehen 68 Prozent der Unternehmen darin das größte Wachstumshindernis.
Der leichte Aufschwung könnte 2026 an Fahrt gewinnen – vorausgesetzt, die Investitionen steigen. Die Haushaltskonsolidierung bleibt ein zweischneidiges Schwert: Einerseits stabilisiert sie das Vertrauen, andererseits fehlen Impulse. Womöglich müssen wir uns langfristig an niedrigere Wachstumsraten gewöhnen – entscheidend wird sein, wie gerecht wir den vorhandenen Wohlstand verteilen.