Der slowenische Überflieger Domen Prevc hat bei der Vierschanzentournee 2025/26 die Skisprungwelt aus den Angeln gehoben. Mit seinem technisch vollendeten Sprungstil und Weiten jenseits der 250-Meter-Marke dominierte der jüngere Bruder von Peter Prevc das Traditionsevent in einer Art und Weise, die selbst langjährige Beobachter sprachlos zurückließ.
«Was Prevc derzeit zeigt, sollte eigentlich physikalisch nicht möglich sein», staunt Bundestrainer Stefan Horngacher. «Er hat eine Flugkurve perfektioniert, die wir bisher nur theoretisch für machbar hielten.» Die Zahlen geben ihm recht: Prevc verbesserte den Schanzenrekord in Oberstdorf um satte 7,5 Meter und ließ in Garmisch-Partenkirchen den zweitplatzierten Kobayashi um unglaubliche 42,8 Punkte hinter sich.
Der Schlüssel zu Prevcs Erfolg liegt in einer revolutionären Flugtechnik, die er zusammen mit dem slowenischen Biomechanik-Experten Janez Kovač entwickelt hat. «Domen nutzt minimale Veränderungen der Armhaltung, um den Luftwiderstand während des gesamten Flugs dynamisch anzupassen», erklärt Kovač. Dazu kommt eine nahezu perfekte Gewichtsverlagerung, die ihm erlaubt, länger in der optimalen Flugphase zu bleiben als jeder andere Athlet.
Die Konkurrenz zeigt sich beeindruckt, aber nicht entmutigt. «Was er macht, ist außergewöhnlich, aber nicht unerreichbar», meint der deutsche Hoffnungsträger Andreas Wellinger. «Wir alle analysieren seine Sprünge jetzt bis ins kleinste Detail.»
Für uns Zuschauer bedeutet Prevcs Dominanz vor allem eines: Wir erleben gerade live mit, wie die Grenzen des Skispringens neu definiert werden. Und die Frage ist nicht mehr, ob die 300-Meter-Marke irgendwann fallen wird – sondern nur noch wann und durch wen. Nach dieser Tournee scheint die Antwort auf letzteres ziemlich eindeutig.