In der Dresdner Neustadt kam es am vergangenen Wochenende zu einer heftigen Schlägerei zwischen mehreren Personengruppen. Die Polizei wurde am Samstagabend gegen 23 Uhr alarmiert, nachdem auf der Alaunstraße – einer der bekanntesten Ausgehmeilen der Stadt – eine Auseinandersetzung eskaliert war. Nach ersten Erkenntnissen wurden mindestens vier Personen verletzt, zwei davon schwer.
Die Situation spitzte sich offenbar zu, als zwei kleinere Gruppen zunächst verbal aneinandergerieten. «Wir gehen derzeit von etwa 15 bis 20 beteiligten Personen aus«, erklärte Polizeisprecherin Jana Ulbricht. Zeugenaussagen zufolge wurden Flaschen als Schlagwaffen eingesetzt und später auch Pfefferspray versprüht. Die Verletzten im Alter zwischen 19 und 27 Jahren erlitten Platz- und Schnittwunden sowie Augenreizungen.
Anwohner berichten, dass solche Vorfälle in den letzten Monaten häufiger vorkommen. Eine Gastronomiebetreiberin, die anonym bleiben möchte, sagt: «Die Stimmung ist manchmal richtig aufgeheizt. Besonders wenn die Temperaturen steigen und mehr Leute draußen unterwegs sind.«
Als ich vor einigen Jahren für eine Reportage über das Nachtleben in der Neustadt recherchierte, war die Grundstimmung noch eine andere – ausgelassen, aber weniger aggressiv. Die zunehmenden Spannungen haben auch mit der Gentrifizierung des Viertels zu tun, vermuten Stadtsoziologen.
Die Polizei hat eine Ermittlungsgruppe eingerichtet und wertet Videoaufnahmen aus. Zeugen werden gebeten, sich zu melden. Der Vorfall wirft erneut Fragen zur Sicherheit in Dresdens beliebtestem Ausgehviertel auf – und dazu, wie das einst als alternativ geltende Stadtviertel mit seinem wachsenden Ruf als Problemzone umgehen will.