Der Ruf nach Freiheit im Iran wird auch in Dresden gehört. Gestern versammelten sich über 300 Menschen vor der Frauenkirche, um gegen das iranische Regime zu protestieren. «Die Menschenrechtsverletzungen nehmen seit Jahren zu», erklärt die Organisatorin Mina Taheri. Der Anlass: der fünfte Jahrestag der gewaltsamen Niederschlagung der landesweiten Proteste im Iran 2019, bei denen laut Amnesty International mehr als 1.500 Menschen getötet wurden.
Die Demonstration in Dresden reiht sich ein in weltweite Kundgebungen. Menschen verschiedener Herkunft, darunter viele Dresdner Familien, hielten Plakate mit Fotos von Opfern hoch. Besonders bewegend: Eine junge Iranerin, die erst seit drei Monaten in Deutschland lebt, berichtete unter Tränen von ihrer Verhaftung wegen «unangemessener Kleidung».
«Was im Iran passiert, betrifft uns alle», betont der Landtagsabgeordnete Thomas Löser, der die Demonstration unterstützt. Die iranische Community in Sachsen wächst – viele sind vor politischer Verfolgung geflohen. Der Soziologe Dr. Hamid Nowzari erklärt: «Das Regime unterdrückt systematisch jede Opposition und besonders Frauen.»
Nach zwei Stunden endete die Kundgebung mit einer Schweigeminute. «Die internationale Gemeinschaft muss mehr Druck ausüben», fordert Taheri. Als ich die Gesichter der Teilnehmenden beobachtete, wurde mir klar: Diese Menschen kämpfen nicht nur für Freiheit im Iran, sondern auch für universelle Menschenrechte.
Was heute in Dresden geschah, zeigt die Kraft der Solidarität über Grenzen hinweg. Die Frage bleibt: Reicht symbolische Unterstützung aus, oder braucht es konkretere Maßnahmen? Die iranische Diaspora wird jedenfalls nicht aufhören, auf die Situation in ihrer Heimat aufmerksam zu machen.