In Dresden bahnt sich ein rekordverdächtiges Baujahr an. 2026 sollen gleich mehrere Großbaustellen die Stadt prägen – ein Kraftakt für Verkehrsplaner und eine Geduldsprobe für Anwohner und Pendler. Allein 13 Millionen Euro werden in die Sanierung der Carolabrücke fließen, die täglich von über 36.000 Fahrzeugen genutzt wird. «Wir müssen mehrere Projekte parallel stemmen, um den Sanierungsstau nicht weiter anwachsen zu lassen», erklärt Baubürgermeister Stephan Kühn.
Die Carolabrücke steht dabei im Mittelpunkt. Die marode Konstruktion aus DDR-Zeiten wird teilweise gesperrt, was erhebliche Auswirkungen auf den Verkehrsfluss haben wird. Gleich nebenan startet die Umgestaltung des Carusufers – ein Projekt, das mehr Raum für Radfahrer und Fußgänger schaffen soll.
An der Königsbrücker Straße geht nach jahrzehntelanger Debatte der Umbau in die heiße Phase. «Diese Straße ist ein Symbol für den Modernisierungsbedarf unserer Infrastruktur», sagt Verkehrsplaner Michael Tenzler. Der knapp zwei Kilometer lange Abschnitt soll breiter und sicherer werden.
Als ich letzte Woche die Baustelle am Pirnaischen Platz besichtigte, wurde mir wieder klar, wie sehr diese Projekte das Stadtbild prägen werden. Die provisorischen Umleitungen haben sich bereits jetzt zu Dauerstaus entwickelt.
Gleichzeitig beginnt der Ausbau der Stauffenbergallee im Norden, wo künftig eine neue Straßenbahntrasse verlaufen soll. «Die Straßenbahn wird hier dringend gebraucht, um den öffentlichen Nahverkehr zu stärken», betont Verkehrsbetriebe-Sprecherin Jana Seidel.
Was bedeutet das für Dresden? Die Stadt steht vor ihrer vielleicht größten verkehrstechnischen Herausforderung seit der Wende. Die Baustellen werden den Alltag vieler Menschen beeinflussen. Doch nach dem Baujahr 2026 könnte Dresden ein moderneres, besser vernetztes Straßensystem haben. Ob der ambitionierte Zeitplan eingehalten werden kann, bleibt die große Frage, die viele Dresdnerinnen und Dresdner umtreibt.