Die Düsseldorfer Innenstadt steht heute vor massiven Verkehrseinschränkungen. Rund 3000 Menschen werden zu einer Großdemonstration gegen das iranische Regime erwartet. Ab 14 Uhr versammeln sich die Teilnehmer am Graf-Adolf-Platz, um anschließend durch die Innenstadt zu ziehen. Die Polizei rechnet mit erheblichen Behinderungen bis in den frühen Abend.
Der Demonstrationszug führt über die Königsallee, Berliner Allee und Heinrich-Heine-Allee bis zum Johannes-Rau-Platz vor dem Landtag. Besonders betroffen sind die zentralen Verkehrsachsen und öffentliche Verkehrsmittel. «Wir empfehlen dringend, das Auto stehen zu lassen und auf U-Bahnen auszuweichen oder die Innenstadt komplett zu meiden», erklärt Polizeisprecher Markus Niesczery.
Bereits seit Monaten protestieren Menschen weltweit gegen das Regime in Teheran. In Düsseldorf leben viele Exil-Iraner, die regelmäßig auf die Menschenrechtsverletzungen in ihrer Heimat aufmerksam machen. Bei meiner letzten Berichterstattung zu den Protesten traf ich Familien, die seit Jahrzehnten im Rheinland leben und dennoch täglich um ihre Verwandten im Iran bangen.
Die Rheinbahn hat auf die Situation reagiert und leitet mehrere Straßenbahnlinien um. «Fahrgäste müssen mit Verspätungen von bis zu 30 Minuten rechnen», so eine Sprecherin. Einzelne Stationen werden während der Demonstration nicht angefahren.
Die Stadt rechnet trotz der Verkehrsbehinderungen mit einem weitgehend friedlichen Verlauf. Die meisten Geschäfte bleiben geöffnet, könnten jedoch schwerer erreichbar sein. Es bleibt die Frage, ob die Behinderungen im Alltag den notwendigen Raum für politischen Protest in einer Demokratie darstellen – eine Abwägung, die jede offene Gesellschaft immer wieder aufs Neue treffen muss.