In Düsseldorf haben sich gestern Abend mehr als 2.800 Menschen zu einer «Prüf-Demo» versammelt. Die vom Ordnungsamt genehmigte Veranstaltung sollte testen, wie Demonstrationen künftig durch die Innenstadt geführt werden können. Anlass waren die jüngsten Diskussionen um Demonstrationsrouten und Sicherheitsbedenken nach den wachsenden Protestmärschen der letzten Monate.
Die Menschenmenge zog friedlich vom Johannes-Rau-Platz über die Königsallee bis zum Graf-Adolf-Platz. Polizeisprecher Martin Eckert bestätigte: «Die Veranstaltung verlief ohne nennenswerte Zwischenfälle. Die neue Route hat sich aus polizeilicher Sicht bewährt.«
Anwohnerin Petra Müller begrüßt das Konzept: «Endlich gibt es einen vernünftigen Kompromiss zwischen Demonstrationsrecht und dem Alltag der Stadtbewohner.» Händler an der Königsallee zeigten sich hingegen besorgt. «Wenn hier jedes Wochenende Tausende demonstrieren, bleiben die Kunden weg», erklärt Juwelier Wolfgang Schmitz.
Was mich besonders beeindruckte: die bunte Mischung der Teilnehmer. Von Studenten bis Rentnern waren alle Altersgruppen vertreten – ein Zeichen dafür, dass demokratische Beteiligung wieder an Bedeutung gewinnt.
Die Stadt will nun die Erfahrungen auswerten. Oberbürgermeister Stephan Keller kündigte an, das Konzept für weitere Großdemonstrationen anzupassen. Bleibt die Frage, ob dieses Gleichgewicht zwischen Versammlungsfreiheit und Innenstadtleben auf Dauer gelingen kann. Der Testlauf macht zumindest Hoffnung.